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Freitag, 10. Juli 2026

Spektrum der Wissenschaft-Redaktion (Hrsg): Entstehung des Lebens


Und zwar alle drei Teile. 

Das Leben zu verstehen ist DIE zentrale Aufgabe der Biologie. Wie aus einfachen Zellen mit der Zeit komplexe Lebewesen entstanden sind und wie diese sich dann zu der jetzt sichtbaren Vielfalt entwickelt haben, ist seit Charles Darwin eigentlich hinreichend erklärbar. Einige wenige Fragen blieben noch offen, die wurden dann von Richard Dawkins umfassend und genial beantwortet. Doch darum geht es in diesen Themenheften nicht.

In diesen Heften geht es sozusagen um den biologischen Schöpfungsakt. Wie entstanden aus unbelebter Materie komplexe Strukturen, die Stoffwechsel betreiben und sich selbst reproduzieren können? Auch in den Schulbüchern meiner Jugend fanden sich hierzu schon Ansätze. An prominenter Stelle ist hier das legendäre Experiment von Stanley Miller und Harold Urey im Jahr 1953 zu nennen. Diese packten eine hypothetische, künstlich hergestellte Uratmosphäre in einen Erlenmeyerkolben, gaben Wasser und Energie in Form von elektrischen Entladungen und Wärme hinzu und nach einiger Zeit konnten sie tatsächlich einfache organische Moleküle in dieser "Ursuppe" nachweisen.

Seit 1953 hat sich in der Erforschung der Entstehung des Lebens jedoch viel getan: Schwarze und Weiße Raucher am Meeresgrund wurden entdeckt und erforscht, Geysire untersucht und sogar ein Kaltwasssergeysir in der Eifel wurde beobachtet. Inzwischen hat man Lebensformen sogar in tiefliegenden, massiven Gesteinsschichten entdeckt, die sich von Eisenverbindungen ernähren und mit einem Zeitlupenstoffwechsel ihr Dasein fristen. Von der Idee, dass sich Leben in vor sich hin schwappender Ursuppe bildete, können wir uns wohl verabschieden.

Die Untersuchungstechniken haben sich radikal weiterentwickelt und auch die interessanten Bezüge zur Astrobiologie möchte ich nicht unerwähnt lassen. Drei superspannende Themenhefte, die zu Lesen ich sehr empfehle. 

Lesen, und zwar unbedingt und sofort!







Freitag, 19. Juni 2026

Quichotte: Beim Lieblingsbäcker

 und zwar die ersten beiden Teile, als da wären: 

  • Auf Leben und Brot
  • Teilchen zwei
Was der Autor Jonas Klee unter seinem Pseudonym veröffentlich sind kleine aber feine Dialoge, die er so auch in seinen Comedyprogrammen zum Besten gibt. Das Schema ist immer ungefähr gleich: Ein Kunde kommt in die Bäckerei, grüßt, bestellt etwas oder stellt eine Frage und der selbst hinter dem Verkaufstresen stehende Kölner Bäckermeister gibt eine mehr oder weniger patzige, spitzfindige oder sonstwie verblüffende Antwort. Darus entspinnt sich ein Zwiegespräch, bei dem der Handwerker eine verblüffende Eloquenz, eine profunde Allgemeinbildung und geradezu exquisite Kenntnisse der Deutschen Sprache unter Beweis stellt. 

Das ist sehr komisch und eignet sich hervorragend, einem die Wartezeit in einem wegen defekter Weichen festsitzenden ICE zu versüßen.

Ein Wort noch an den Verlag: Der dritte Teil dieser Reihe ist bereits auf Papier erschienen. Als Ebook ist er jedoch noch nicht erhältlich. Das verstehe ich nicht.Es kann doch nicht so schwierig sein, aus einem fertigen Text ein Ebook zu erstellen. Wenn einer meine zweieinhalb Leser auf diese Frage eine Antwort weiß, der er/sie/es gerne einen Kommentar hinterlassen.

Und bevor ich es vergesse: Lesen! Und zwar unbedingt und sofort.

Mittwoch, 13. Mai 2026

Spektrum der Wissenschaft-Redaktion (Hrsg): Digitalpaket Exoplaneten

 Und zwar alle vier Ausgaben der "kompakt"-Reihe, als da wären:

  • Ferne Welten im Blick (2015)
  • Wie ferne Begleiter entstehen (2017)
  • Fahndung nach extrasolaren Planeten (2020)
  • Die Suche nach der zweiten Erde (2022)
Spektrum kompakt stellt jeweils eine Sammlung von bereits an anderer Stelle veröffentlichten Artikeln dar. Überwiegend entstammen sie den Magazinen "Spektrum der Wissenschaft" und "Sterne und Weltraum" aus dem gleichen Verlag. Manche wurden auch auf Spektrum online erstveröffentlicht oder im
renommierten Wissenschaftsmagazin "science". 

Es handelt sich also nicht um irgendwelchen Hokuspokus. Hier schreiben Wissenschaftler für Laien oder ausgebildete Wissenschaftsredakteure, die sich in diesem Fachgebiet sehr gut auskennen. 
Das vorliegende Digitalpaket stellt also den Stand der Forschung zu diesem Thema zu verschiedenen Zeitpunkten dar, dabei wird ein Zeitraum von etwa zehn Jahren abgedeckt. 
Auch wenn besprochenen Themen teilweise mehrfach aufgegriffen wurden, so wird das Lesen keinesfalls langweilig. Im Gegenteil: Wissenschaft und ihre Methoden entwickeln sich ständig weiter, was gestern noch als unumstößliches Dogma galt, wird morgen aufgrund neuer Methoden vielleicht einfach über den Haufen geworfen. Die Wissenschaft irrt sich quasi von Erkenntnis zu Erkenntnis. Und das ist kein bug. Das ist ein feature!
Seit dem Nachweis des ersten Exoplaneten der um eine Sonne kreist (1995 durch Mayor und Queloz) wurden über 6000 davon entdeckt. Durch das kürzlich gestartete James-Web-Teleskop und weitere erdgebundene sowie im Erdorbit befindliche Instrumente erhofft man sich eine Fülle neuer Entdeckungen.

Doch nicht nur die schiere Zahl beeindruckt. Mit Hilfe der immer weiter verfeinerten Methoden lassen sich eine Fülle neuer Erkenntnisse gewinnen: Umlaufparameter, Masse, Größe und Aufbau, selbst Atmosphären wurden schon nachgewiesen, Hinweise auf ihre Zusammensetzung gesammelt und sogar Exomonde konnten bereits entdeckt werden. Eine unfassbare Leistung. 

Um das zu veranschaulichen stellen Sie sich folgendes Gedankenexperiment vor: Sie stehen nachts auf dem Turm der Stiftskirche in Neustadt. Mit einem Fernglas beobachten auf dem Heidelberger Schloss in fast 40 Kilometern Entfernung eine Kerzenflamme (als Metapher für einen Exoplaneten), die vor einem lodernden Martinsfeuer steht (einer Sonne). Dabei untersuchen Sie aus der Ferne die chemische Zusammensetzung der Kerzenflamme (Atmosphäre) und können auch noch das längst erloschene Zündholz (Mond) nachweisen, mit dem die Kerze angezündet wurde und das jetzt neben der Kerze auf dem Tisch liegt. 

Ich weiß nicht, wie es Ihnen dabei geht, aber mich fasziniert das. Deshalb kann ich auch nur eine Empfehlung geben: Lesen! Und zwar avanti!

Samstag, 18. April 2026

Marc-Uwe Kling: Die Känguru-Werke

 ...und zwar alle fünf Teile, als da wären:

  1. Die Känguru-Chroniken
  2. Das Känguru-Manifest
  3. Die Känguru-Offenbarung
  4. Die Känguru-Apokryphen
  5. Die Känguru-Rebellion
Ohne zu viel von der Handlung zu spoilern, darf man hier wohl doch die Anlage des Plots erläutern, natürlich nur für die Wenigen, die noch nie etwas vom Känguru gehört oder gelesen haben:

Eines Tages klingelt an der Wohnungstüre des Autors. Draußen steht ein Känguru und will sich fehlende Zutaten für die Zubereitung von Eierkuchen ausleihen. Und zwar alle Zutaten, inklusive Pfanne und Küche. Unter diesem Vorwand betritt es die Wohnung und verläßt sie zunächst nicht mehr. Nach und nach entwickelt sich diese Situation zu einer Wohngemeinschaft. 

Was das Ganze so interessant macht ist, dass das Känguru sprechen kann. Und selten damit aufhört. Das Känguru ist ein äußerst belesener Kommunist, bewandert in Philosophie und Sozialwissenschaften. Und so entstehen absurde Dialoge, lustige Streiche und durchaus Tiefgründiges.

Warum eigentlich Hörbuch, obwohl ich die sonst nicht so gerne habe? Ganz einfach: Der Autor liest die Bücher selber vor Publikum ein. Dabei verleiht er seiner Stimme bei jeder neu auftauchenden Figur eine andere, für diese Figur charakteristische Note. Das macht die ohnehin schon lustigen Texte noch witziger.


Sehr, sehr lustig, unbedingt lesen. Oder noch besser: Hören!



































Montag, 15. Juli 2024

Alejandro Jodorowsky, Möbius: Der Incal

... und zwar alle sechs Bände. 
Als da wären:

  1. Der schwarze Incal
  2. Der Incal des Lichts
  3. In tiefsten Tiefen
  4. In höchsten Höhen
  5. In weiter Ferne
  6. In nächster Nähe
Es muss so Anfang der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts gewesen sein, da sah ich bei einem Freund ein Comicbuch, wie ich noch nie eines gesehen hatte: Ein phantastisches Science-Fiction-Universum wurde da abgebildet mit einer dystropischen Stadtlandschaft, einer apokalyptisch anmutenden, diktatorischen Gesellschaftsform, mit fliegenden Autos und mit einem sprechenden Vogel ohne Federn. Das Buch endete mit einem geradezu sadistischen Cliffhanger! Ich wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht, aber es gab einfach noch keinen zweiten Band. Irgendwann kam dann der zweite Band, ich wartete brav, bis mein Freund ihn gelesen hatte um ihn mir dann auszuleihen. Den zweiten Band, nicht meinen Freund. Und wieder: Irre faszinierende Geschichte, ganze SciFi-Universen eröffneten sich und am Ende: Cliffhanger und dann Sendepause. 
Tatsächlich zog sich die Veröffentlichung der sechs Abenteuer des John Difool zur Rettung des Universums von 1981 bis 1988. Ich habe den Zyklus also tatsächlich nie bis zu Ende gelesen, denn meinen Freund habe ich irgendwann aus den Augen verloren, und das Sammeln kostspieliger Comicbücher konnte ich mir in dieser Zeit nicht leisten. 
Bis jetzt! Heute habe ich mir die sechs Bände an einem Stück in den Kopf gekloppt. Die Bände 1, 2, 4, 5 und 6 hatte ich schon letzte Woche in der Paketabholstation, nur der Band 3 kam erst heute als Einzellieferung. Die Folter, nach den Bänden 1 und 2 NOCH einmal eine Zwangspause einlegen zu müssen, bis ich weiterlesen kann, wollte ich mir nicht antun. Deshalb habe ich fünf phantastische Comicbücher nicht ausgepackt, weil mir das sechste fehlte. Das ist ungefähr so als wenn in einem Restaurant der Kellner das Essen auf den Tisch stellt und wieder abzischt, man dann aber noch fünf Minuten mit knurrendem Magen und Essensduft in der Nase auf das Besteck warten muss. Das geht besser, Frau Amazon, aber bei nächster Gelegenheit gehe ich ohnehin wieder zum Büchedealer meines Vertrauens. Ich bereue es, untreu geworden zu sein.
"Jetzt schreibt der schon sein zwei Bildschirmseiten, und ich weiß immer noch nicht, worum es geht!" werden Sie möglicherweise denken und vielleicht sogar etwas verärgert sein. Bei Comicbüchern mache ich das jedoch nie. Man liest sie einfach zu schnell, als dass ich mit einem Handlungsabriss spoilern sollte. 
Etwas sei dann doch gesagt: John Difool ist Privatdetektiv der Klasse R, ein klassischer Anti-Held. Ganz ähnlich dem Taxifahrer Korben Dallas aus "das fünfte Element". Nur nicht so cool wie der von Bruce Willis verkörperte Korben. Und nicht so... grün!  
Er stolpert, ohne es zu wollen, in das Abenteuer seines Lebens, die Ereignisse überschlagen sich ständig, und am Ende ist er der Superheld, der das Universum rettet. Und in keiner Sekunde verliert er dabei seine "Difooligkeit", den mürrischen und mutlosen Quengler, der sich viel lieber mit seiner großen Liebe auf dem nächsten Paradiesplaneten vergnügen würde als ausgerechnet das Universum zu retten. Ein episches Werk und ein Kunstwerk!
Dass ich dabei immer an "das fünfte Element" denken muss ist kein Zufall: Möbius und Jodorowsky waren an zahlreichen Filmprojekten beteiligt, unter Anderem an einer Version von DUNE, die zwar nie gedreht wurde, dann aber dennoch in Form von Ideen der beiden Genies in die erste Verfilmung eingeflossen ist, an ALIEN und eben auch an "das fünfte Element". (zumindest Jean Giraud alias Möbius)

Es tauchen im Comic wie in den von ihnen beeinflussten Filmen immer wieder knietiefe Verbeugungen vor Klassikern des Genres auf (z. B. den Werke von Fritz Lang oder Stanley Kubrick), aber auch ihr eigenes Schaffen liefert stilbildende und -prägende Schablonen. 

Ich möchte dem SPLITTER-Verlag an dieser Stelle von ganzem Herzen für die qualitativ hochwertige Neuauflage danken und diese  zu Lesen sehr empfehlen:

Lesen, und zwar unbedingt und sofort!

Dienstag, 22. August 2023

Ralf König: Schillerlöckchen; Poppers! Rimming! Tittentrimm!

Irgendwann habe ich einmal die leichtfertige Behauptung aufgestellt, ALLES von Ralf König nicht nur zu besitzen, sondern auch gelesen zu haben. Das war natürlich Kokolores: Ich lebe seit fast 25 Jahren sehr gerne in einer kleinen Stadt und hier ist sogar der Comicbuchladen herrlich provinziell. Und so stoße ich immer wieder auf Werke des Meisters, die mir bisher durch die Lappen gegangen sind. Die bestelle ich mir dann beim Bücherdealer meines Vertrauens oder, wenn sie bereits vergriffen sind, antiquarisch im Netz.

Ganz im Stil der großen Claire Bretécher schaut er seinen Protagonisten einfach auf's Maul und bildet Alltag ab. Das ist mal erhellend, mal komisch, manchmal aber auch etwas traurig. Da diese beiden älteren Bände seinerzeit (2001, 2009) im Männerschwarm-Verlag erschienen sind, hatte der Meister wohl etwas mehr Freiheiten als bei Rowohlt. Das ist aber auch nur eine Vermutung. Jedenfalls wird es gelegentlich etwas deftiger. Es sind also ganz sicher keine Kinderbücher, aber das erwartet ja auch kein vernunftbegabter Leser bei Ralf König.


Lesen, und zwar unbedingt und sofort!

Mittwoch, 24. August 2022

Brandon Q. Morris: Proxima-Logbücher

Hard Science Fiction

Ja, ja, ja! Mir ist klar, dass Sammelbesprechungen für die gezielte Suche in einem Blog nicht so praktisch sind, aber es gibt ja die Volltextsuche und ich zähle alle Titel hier im Text auf. Als da wären:

  • Marchenkos Kinder
  • In die Dunkelheit
  • In das Licht
  • Runaway
  • Evolution
  • Olom
  • Erdkurs

Über die Proxima-Trilogie, quasi das Prequel zu dieser Serie, habe ich bereits berichtet. Sie erzählt, wie zwei Menschen, Adam und Eva, als genetischer Code auf eine interstellare Reise ins Proxima-Centauri-System geschickt werden. Marchenko, die in einem früheren Abenteuer des Autoren nach einem Unfall aus einem menschlichen Bewusstsein entstandene KI, zieht sie dabei in dem sich erst auf der Reise von einer Mikrosonde zum ausgewachsenen Raumschiff entwickelnden Gefährt auf und ist deshalb de facto ihr Vater. Sie erleben Allerlei in fremdartigen Ökosystemen und treffen schließlich auf eine intelligente Spezies, die sich aus biologischen Gründen immer auf der Suche nach einer neuen Heimatwelt befindet. Damit ist die Trilogie eigentlich auserzählt, Adam und Eva sind gestrandet in einem anderen Sonnensystem. 

Und genau hier setzt die inzwischen siebenhändige Reihe der „Proxima-Logbücher ein:

Da Adam, Eva und Marchenko den Verdacht hegen, dass sie nicht den einzigen Versuch darstellen, ferne Sonnensysteme mit Menschen zu bevölkern, schließen sie sich den Vertretern dieser fremdartigen Spezies, den Großnopfen, an. So bereisen sie mit raffinierter und ausgeklügelter Technik weitere Sonnensysteme und lernen neue Lebensformen kennen. Schließlich entscheiden sich die Großnopfe, mit Adam und Eva das Sonnensystem der Erde zu besuchen, wo sie schließlich, über 200 Jahre nach ihrer Abreise, ankommen. Biologisch betrachtet sind Adam und Eva trotzdem noch relativ junge Leute, aber die meiste Zeit haben sie ja in den Tiefschlafkammern des Schiffs ihrer Freunde verbracht. 

Der Autor hat es geschafft, ein komplexes Sciencefiction-Universum zu schaffen, dass sich trotz gigantischer zurückgelegter Entfernungen und riesiger Zeitspannen immer noch realistisch und glaubwürdig anfühlt. Und genau das macht den Reiz seiner Bücher aus: Im Prinzip sind die benötigten Techniken heute schon zumindest erdacht, was er schildert, könnte in naher Zukunft so oder so ähnlich passieren. Und bei jeder neuen beschriebenen Welt durchdenkt er die physikalischen Parameter sorgfältig, malt sich die Konsequenzen für eventuelle biologische Lebensformen aus und baut darauf seine phantastische Erzählungen auf. Dass er am Ende des siebten Bandes einen gigantischen Cliffhanger einbaut, lässt mich auf eine Fortsetzung hoffen.

Alle verfügbaren Daumen nach oben (bei den Großnopfen sind das wenigstens vier) mindestens drölf Sterne und eine absolute Leseempfehlung für alle Freunde gut durchdachter Sciencefiction. 





































Mittwoch, 10. Juli 2019

Michael Roos: Sachen Gibt's...?!

Das Beste aus zwei Jahren

Und zwar die Heftchen #6 und #7

Es ist etwas ruhiger geworden um den Comicautor Michael Roos aka DeMichl. Das hat Gründe, und zwar gute:
Hase ist von uns gegangen, stattdessen treten eine Katze und ein Hund auf den Plan und sorgen zunächst für Aufregung und dann für Durcheinander. Ach ja: Nachwuchs hat sich eingestellt. Ab sofort hält "das Männlein" den Autor und seine Frau auf Trab und nachts vor Allem wach.

Dass der Zeichner deshalb seinen Comicoutput verkleinert hat, ist nur zu verständlich. So erscheinen die Webcomics nicht mehr wöchentlich und die Heftchen nicht mehr jährlich. So ist es nun mal im Leben - man muss Prioritäten setzen.

Trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb, sind die Comics überaus unterhaltsam und direkt aus dem Leben gegriffen. Der Themenwechsel, weg aus Nerdistan und hinein ins richtige Leben, bringt frischen Wind in die kleinen Geschichten. Und so nehmen wir Anteil an den kleinen Anekdoten aus dem Leben eines nun vollständig erwachsen gewordenen Comiczeichners.

Lesen, und zwar unbedingt und sofort!


Donnerstag, 28. Februar 2019

Whitley Strieber: Der Kuss des Todes

sowie die Fortsetzung: Der Kuss des Vampirs

Miriam und John Blaylock auf der einen Seite, sowie Sarah Roberts und ihr Mann Tom sind zwei Paare, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten.
Sarah und Tom sind zwei junge und hart arbeitende Ärzte an einem New Yorker Forschungskrankenhaus. In der Abteilung für Geriatrie wähnen sie sich kurz vor einem wissenschaftlichen Durchbruch im Zusammenhang mit der inneren Uhr des Alterns. Sie hoffen, dass sich diese innere Uhr, hat man ihre Funktionsweise erst einmal begriffen, manipulieren lässt. Sarah steht deshalb seit der Veröffentlichung ihres Buches über Schlaf und Langlebigkeit durchaus auch im Rampenlicht der Öffentlichkeit.
Miriam und John hingegen sind zwei augenscheinlich blutjunge, überaus wohlhabende Bohemiens die tagsüber mit der halbwüchsigen Nachbarstochter musizieren und nachts das Clubleben genießen. Außerdem sind sie Vampire und ermorden etwa einmal pro Woche zwei Menschen, um sich zu ernähren.

Die Wege der beiden ungleichen Paare kreuzen sich, als John an einer grauenvollen Krankheit zu leiden beginnt. Er findet keinen Schlaf mehr und er altert rapide, ohne jedoch zu sterben. Es scheint fast so, dass die Natur die fast vierhundert Jahre, um die er sie betrogen hat, zurückfordert. Miriam nimmt unter einem Vorwand Kontakt zu Sarah auf in der Hoffnung, mit ihren Forschungsergebnissen John helfen zu können. Sie will um Johns Gesundheit kämpfen, denn zu oft hat sie auf diese Weise schon einen Gefährten verloren.

Auch dies sind zwei Geschichten, mit denen man sich durchaus mehrfach beschäftigen kann. Deshalb habe ich mir die beiden Romane antiquarisch beschafft. Der Kuss des Todes wurde bereits 1983 unter dem Namen „The Hunger“ (deutsch: „Begierde“) mit Catherine Deneuve, Susann Sarandon und David Bowie in den Hauptrollen verfilmt. Für den Regisseur Tony Scott war dies das Spielfilmdebüt, vorher beschäftigte er sich ausschließlich mit Werbefilmen. Entsprechen opulent war die Bildersprache dieses Films, der seitdem in gewissen Kreisen durchaus Kultstatus genießt. Die Handlung kannte ich also schon seit über 35 Jahren. Trotzdem hat es mich interessiert, die Romanvorlage ebenfalls zu lesen. Und ich wurde nicht enttäuscht. Für das Filmdrehbuch waren so umfangreiche Änderungen und Streichungen notwendig gewesen, dass mich der Roman immer noch überraschen und fesseln konnte.

Der Kuss des Vampirs entstand erst rund zwanzig Jahre später. Um nicht Teile der Handlung des ersten Teils zu spoilern, verkneife ich mir hier einen Anriss der Handlung. Nur so viel sei gesagt: Auch dieser Roman ist wieder ein Parforceritt durch die Jahrtausende von Miriams Leben und spannend bis zum Nägelabkauen. Bleibt noch anzumerken, dass dem Verlag beim Herstellen der gedruckten Version wohl einen Computerfehler unterlaufen ist. Mir fiel auf, dass die Handlung einen mehrere Kapitel umfassende Rückblende in den ersten Band enthielt. Mir wäre das, obwohl ich das Buch vor über zehn Jahren schon einmal als Ebook verschlungen habe, eigentlich nicht aufgefallen. Aber ich habe die Bücher aus Versehen in der falsche Reihenfolge gelesen, und deshalb kamen mir im ersten Teil nicht nur mehrere Kapitel sehr vertraut vor, ich habe sogar einen sehr auffälligen Druckfehler wiedererkannt.

Wie dem auch sei: Alle verfügbaren Daumen nach oben, lesen, und zwar unbedingt und sofort.

Donnerstag, 9. März 2017

Jan Weiler: Das Pubertier

Und zwar beide Bände:

  • Das Pubertier
  • Im Reich der Pubertiere
Einst waren sie klein und niedlich, nett anzusehen und schmusig. Doch von diesem Bild entfernen sich die Pubertiere des Versuchsleiters immer mehr. Akribisch dokumentiert er dabei auch die unterschiedliche Entwicklung weiblicher und männlicher Pubertiere. Während die Weibchen zunehmend zu spontanen Wutausbrüchen neigen und in ihrer Behausung Berge von leeren Joghurtbechern, Telefonen und Trinkflaschen mit undefinierbarem Inhalt hamstern, verbringt das Männchen den Tag weitgehend mit drei lautlosen Tätigkeiten: Schweigen, Gerüche Absondern und Daddeln. 

Jan Weiler hat zwei Kinder, die die wohl anstrengendste Zeit im Leben eines Jugendlichen durchlaufen. Er nähert sich den mit der Pubertät einhergehenden Phänomenen mit ironischer Distanz und entwickelt mit fortschreitender Erzählung zunehmend auch so etwas wie Verständnis für das Unverständliche. 

Zwei stellenweise zum Schreien komische Bücher, welche mir sehr geholfen haben, die mich berufsbedingt umgebenden Pubertiere wieder etwas entspannter zu ertragen. 

Lesen, und zwar unbedingt und sofort.

Mittwoch, 1. März 2017

Douglas Adams: Per Anhalter durch die Galaxis

...und zwar alle fünf Bände der Trilogie plus einen Zusatzband, für den der Verleger posthum Textfragmente von der Festplatte des Autors gesichert und zusammengestellt hat. Ein Kapitel "Anhalter" findet sich in diesem Buch, deshalb zähle ich ihn mal als inoffiziellen sechsten Band.
Als da wären:
  1. Per Anhalter durch die Galaxis
  2. Das Restaurant am Ende des Universums
  3. Das Leben, das Universum und der ganze Rest
  4. Macht's gut, und danke für den Fisch
  5. Einmal Rupert und zurück
  6. Lachs im Zweifel
Ich werde jetzt nicht den geneigten Leser mit einem Anriss des Inhalts langweilen. Jeder, und ich meine WIRKLICH JEDER, hat diese Bücher vermutlich schon gelesen. Auch ich habe mir die Romanreihe bestimmt schon vier- oder fünfmal ins Hirn geblasen. Ich musste mir sie sogar extra noch einmal besorgen, um sie erneut zu genießen, denn ich habe meinen "Anhalter" vor ein paar Jahren verliehen und leider nie zurück bekommen. Vielleicht nutzt es ja etwas, wenn ich den fiesen Anhalterdieb auf diesem Weg etwas beschimpfe:

"Du fieser Anhalterdieb! Leihen heißt: Irgendwann zurückgeben! Ich habe dir die Bücher nicht VERliehen, so wie man einen Orden verleiht. Ich habe sie dir GEliehen!" 

Aber vermutlich bringt das nichts.

Die Geschichte um Arthur Dent, der eines Tages im Bademantel vor seinem Haus im Matsch liegt, um den Abriss seines Hauses wegen des Baus einer Umgehungsstraße zu verhindern, sollte hinlänglich bekannt sein. Aus ihr entstanden mehrere Hörspielreihen, aus denen dann die Bücher entstanden. Diese wurden zu einer Fernsehserie und schließlich zu einem Spielfilm.

Eine Romanreihe, an deren Anfang nicht nur der Abriss von Arthurs Haus, sondern auch gleich der Abriss der ganzen Erde steht, die ironischerweise einer geplanten Hyperraumumgehungsstraße im Weg ist, kam mir schon beim ersten Lesen vor vielen Jahrzehnten ziemlich schräg vor. Und genau das ist sie auch, diese Trilogie aus fünf (bzw. inoffiziell sechs) Bänden.

Der Autor, das merkt man sogar in der brillanten deutschen Übersetzung von Benjamin Schwarz, sprüht nur so vor Ideen, Ironie, Sarkasmus und Wortwitz. Auf naturwissenschaftlichem Gebiet war er für einen Philologen ungewöhnlich belesen. Er konnte sich nicht nur auf Augenhöhe mit Naturwissenschaftlern unterhalten, er war sogar mit einigen von ihnen befreundet. So zählte zum Beispiel der bekannte Evolutionsforscher Richard Dawkins zu seinem engeren Bekanntenkreis. Mit diesem teilte er auch die kritische Haltung gegenüber jeder Form von Religiosität. Um sich von Agnostikern scharf abzugrenzen bezeichnete er sich selbst als "radikalen Atheisten".

Adams interessierte sich aber nicht nur für Literatur und Naturwissenschaften. Auch seine Neugier in Bezug auf technische Neuerungen war geradezu grenzenlos. Er muss seinerzeit Unsummen für die in den Neunziger Jahren noch recht kostspieligen Apple-Computer ausgegeben haben, denn er hatte mehrere davon.

Mit diesem Wissen, einer schier endlos scheinenden Phantasie und einem überaus brillanten britischen Humor ausgestattet, schrieb er seine zwerchfellerschütternden Bücher. Gerade im "Anhalter"-Zyklus wurden all die Dinge, die er so gut kannte derart gründlich und intelligent durch den Kakao gezogen, dass die Bücher heute gerade bei wissenschaftlich ausgebildeten Menschen zur Kultliteratur zählen. Vermutlich gehen einem ohne naturwissenschaftliche Kenntnisse viele von Adams Späßen durch die Lappen.

Einige der Texte aus "Lachs im Zweifel" legen nahe, dass Adams sich beim Schreiben arg gequält hat. Es gibt die Legende, dass ihn sein Verleger und sein Agent einmal zusammen in ein Hotelzimmer ohne Telefon und Fernseher eingesperrt haben sollen, damit das nächste Buch endlich fertig wird. Was so leicht und unterhaltsam daherkommt, war für Adams also harte Arbeit. So verwundert es nicht, dass er sich in seinem letzten Lebensjahrzehnt mit ganz anderen Dingen beschäftigte als mit dem Verfassen von Romanen: Multimedia-CDs,  Sachbücher, die Gestaltung von Computerspielen, Drehbücher für Fernsehserien und vieles mehr. Besonderes Augenmerk richtete er dabei auf den Natur- und Artenschutz.

Douglas Noël Adams starb am 11. Mai 2001 im Alter von nur 49 Jahren in seinem damaligen Wohnort Santa Barbara in Kalifornien. Zu seinen Ehren begehen seitdem jedes Jahr am 25. Mai Menschen den Towel-Day. Zum Gedenken an den Autor tragen seine Fans an diesem Tag sichtbar ein Handtuch mit sich herum. Und wer diese Anspielung nicht versteht, der hat eben das betreffende Buch nicht gelesen.

Lesenswert in diesem Zusammenhang:

Ich verneige mich knietief vor Douglas Adams, bedauere seinen Hinschied und bitte um eine kurze Schweigeminute.

Samstag, 20. August 2016

Marvin Clifford: Schisslaweng


...und zwar beide Bände:
  1. Schissla... was?
  2. Locker durch die Hose geatmet
Also eigentlich habe ich gerade gelogen. Die Bände habe ich noch nicht gelesen, sondern nur die Online-Version, wo der begabte Zeichner seit mehreren Jahren wöchentlich eine Episode aus dem Leben eines Comiczeichners den Fans zur Verfügung stellt. Aber gekauft habe ich sie. Ich denke, dass es nur fair ist, solche Produkte zu kaufen und den Zeichner damit zu unterstützen. Auf den ersten Blick fällt die hochwertige Verarbeitung der Büchlein auf. Hardcover, hochwertiger Farbdruck und eine gegenüber den Webcomics veränderte Anordnung der Bilder - kein Wunder, denn die Web-Versionen sind oft hochformatige Rechtecke, diese Bücher sind quadratisch. Die Zeichnungen sind, soweit ich das überhaupt beurteilen kann, für einen Comic teils sehr aufwändig und richtige kleine Kunstwerke. 
Inhaltlich sind die Geschichten fein beobachtete, leicht überspitzte und sehr pointiert erzählte Anekdoten, die mich mehr als einmal zum Lachen gebracht haben. Ach was, seien wir ehrlich: Ich habe mich teilweise weggeschmissen vor Lachen und seinen ganzen Comicblog an einem Stück in mich hineingefressen, als sei draußen schlechtes Wetter. (war es nicht)

Mit einem Wort: Lesen! Und zwar unbedingt und sofort!

Mittwoch, 29. Oktober 2014

Ralf König: Barry Hoden




...und zwar beide Bände:

  • Konrad und Paul - Raumstation Sehnsucht
  • Barry Hoden - Im Weltall hört dich keiner grunzen
Paul ist unter die Autoren gegangen. Science Fiction ist sein Genre. Aber eigentlich ist es nicht wirklich Science Fiction. Eigentlich schreibt er pornographische Romane. Und die Protagonisten seiner Geschichten sehen den beiden sympathischen Comicfiguren Konrad und Paul zufälligerweise recht ähnlich. Er wird sozusagen von der Wirklichkeit inspiriert. Dem feinfühligen Konrad geht das mitunter zu weit, aber man kennt und liebt sich schon so lange, dass man einander fast alles verzeiht. 

Ebenfalls kommen in diesen Geschichten vor: Ein schüchterner Klavierschüler mit einem verkürzten Bein, Konrads Ex-Frau Brigitte, die von Paul konsequent "Igitte" genannt wird, eine Androidin im Körper einer Operndiva, Pauls hochschwangere Schwester Edeltraut, deren Mund nach einer Schönheitsoperation aussieht wie ein Saugnapf und, und, und....
Ach ja: Und natürlich jede Menge baumstarke, dunkel behaarte Kerle, ganz nach Pauls Geschmack.

Zwei wunderschöne und sehr lustige Comicbücher, die ich an einem Stück verschlungen habe. Definitiv keine Kinderbücher, aber das sollte bei den Geschichten aus der Feder von Herrn König ohnehin klar sein.

Lesen, und zwar unbedingt und sofort.

Freitag, 9. Mai 2014

Michael Roos: Sachen gibt's...?!


Und zwar die Heftchen #1 - #3

Die Tücken des Objekts bieten Anlass für klammheimliche Schadenfreude, ein eigensinniger Hase kitzelt immer wieder das Zwerchfell und nerdiges aus dem Leben eines computerspielenden Zeichners lässt einen schmunzeln.

Seit über drei Jahren gibt es ihn schon, den gezeichneten Blog von Michael Roos alias deMichl. Jede Woche kann man dort einen kleinen autobiografischen Comic bestaunen, in dem putzige Comicfiguren Szenen aus dem Leben des Autors leicht überspitzt nachspielen. Der Zeichenstil ist unverwechselbar und stark abstrahierend ("Quadratschädel"), die Figuren aber eng an die charakteristischen Merkmale und Eigenschaften ihrer realen Vorbilder angelehnt und daher gut erkennbar - wenn man diese realen Vorbilder denn kennt. Die Geschichten sind aufgrund ihrer Kürze immer pointiert und äußerst unterhaltsam. Deshalb verfolge ich diesen Blog schon seit einiger Zeit. Jetzt habe ich mir endlich die drei Hefte gekauft, die die jeweils witzigsten Episoden aus drei Jahren auf Papier bringen. Irgendwie fühlt sich das besser an, als immer vor dem Bildschirm zu hocken. Und dann habe sie an einem Stück verschlungen, ohne zu kauen.

Das sind tolle Comics! Unbedingt lesen, und zwar sofort!


Donnerstag, 8. Dezember 2011

Emmanuel Roudier: Neandertal

 ...und zwar alle drei Bände:
1.  Der Jagdkristall
2.  Der Lebenstrank
3.  Der Anführer der Meute

Langhou ist wegen einer Körperbehinderung als Jäger eine ziemliche Niete. Aber da er Steinwaffen herstellen kann wie kein anderer, ist er für seine Sippe trotzdem ein wertvolles Mitglied der Gemeinschaft. Als sein Vater bei der Jagt auf ein riesiges schwarzes Bison getötet wird, beschließt er, Rache an dem Tier zu üben - eine Aufgabe, an der bisher selbst die besten Jäger scheiterten. Außerdem wird er Zeuge eines ungeheuerlichen Komplotts, das er aber nicht beweisen kann. Er muss sich also zunächst auf die Suche nach dem Jagdkristall machen, eine Lanzenspitze mit geradezu legendären Kräften. Und so beginnt seine abenteuerliche und gefährliche Reise.

In Emanuel Roudiers großformatigen Comicbüchern sind die Protagonisten keine evolutionsbiologisch modernen Menschen. Es sind vielmehr unsere nächsten Verwandten, die während der letzten Eiszeit den Kontinent mit uns gemeinsam bewohnten. Schätzte man zu meiner Schulzeit die intellektuellen und kulturellen Fähigkeiten dieser Menschenart noch gering ein, so sieht es die moderne Wissenschaft heutzutage völlig anders. Funde von Kultstätten der Neandertaler sowie ihre Werkzeuge und Waffen sprechen einfach eine andere Sprache. Folgerichtig sind die Helden dieses opulenten Steinzeitepos auch keine tumben Halbaffen, die sich grunzend und mit primitiven Keulen um das erlegte Wild streiten. Es sind vielmehr Menschen mit Empfindungen, Sprache, handwerklichen Fähigkeiten und komplexen sozialen Interaktionen. Sie haben Kenntnisse in Naturheilkunde und verfügen über spirituelle Denkmodelle.

Dementsprechend vielschichtig und spannend ist die von Roudier erzählte Geschichte. Die trotz zurückhaltender Farbgebung prächtig gestalteten Doppelseiten der Bücher runden den Lesegenuss dieses eiszeitlichen Roadmovies ab. Ein Comicabenteuer, das zu lesen ich unbedingt empfehle, und zwar auch und ganz besonders Erwachsenen.

Ein Wort noch: Kaufen Sie Comicbücher! Und beachten Sie dabei besonders die tollen Werke der europäischen Zeichner. Diese wunderbare Kunstform wird oft aus Unwissenheit gleichgesetzt mit fliegenden Superhelden in Strumpfhosen und deshalb leider immer noch viel zu wenig gewürdigt.