Freitag, 29. Mai 2026

Spektrum der Wissenschaft-Redaktion (Hrsg): Mathematik in der Popkultur

Ich hatte es ja bereits angekündigt:

Es wird noch nerdiger!

Dass ausgerechnet ich mich für ein Buch über mathematische Probleme interessiere, hat einen Hintergrund: Mathematik gehört zu den Wissenschaften, die ich faszinierend finde, obwohl ich das Meiste nicht verstehe. Um die Wahrheit zu sagen: Der Mathematik-Leistungskurs hätte mich fast das Abitur gekostet, am Ende musste ich um meine drei Punkte (mangelhaft) kämpfen. Während mir Biologie und vor allem Geographie im Verlauf der Oberstufe immer leichter fielen, brachte mich Mathe an der Rand der Verzweiflung - und zwar ohne an Faszination einzubüßen. 

Deshalb fällt es mir auch nicht leicht, wie üblich ein "Lesen, und zwar unbedingt und sofort!" herauszuschalmeien. Ich fand das Buch, obwohl ich nicht alles verstanden habe, spannend, unterhaltsam und aufschlußreich. Diese Ansicht wird sicher nicht jeder teilen können, aber egal!

Ich mache es jetzt einfach: Lesen, und zwar unbedingt und sofort!

Gebt der alten Tante Mathematik noch einmal eine Chance!

Donnerstag, 28. Mai 2026

Spektrum der Wissenschaft-Redaktion (Hrsg): Primaten

Unsere nächsten Verwandten

Endlich habe ich wieder die Zeit und die Muße, mich in meinen Studienfächern Biologie und Geographie auf den neuesten Stand zu bringen. Und alles dazwischen und außerhalb. Ich wollte schon immer wissen, was die Welt im Innersten zusammenhält, und jetzt kann ich mich dazu wieder schlau machen.

Auch in der Primatenforschung hat es in den letzten Jahrzehnten große Fortschritte gegeben. Außerdem haben sich die Rahmenbedingungen verändert. Umgekehrte Zoonosen hätte ich eigentlich auch erwartet, aber dass diese ganze Schimpansenbestände gefährden, wusste ich nicht. Bonobos sind möglicherweise nicht die sexsüchtigen, friedliebenden Hippies im Urwald, für die man sie lange Zeit gehalten hat - zumindest nicht nur. Vor einer allzu anthropozentrischen Interpretation in der Verhaltensforschung hat mich damals schon mein Biologielehrer gewarnt, aber erst heute scheinen diese Warnungen bei allen Wissenschaftlern anzukommen.

Dies, und noch viel mehr, wird in diesem Spektrum Kompakt thematisiert.

Und wenn ihr jetzt glaubt, ich sei ein Nerd, dann liegt ihr absolut richtig. Aber wartet nur auf das nächste Buch, das hier besprochen wird: Es könnte nerdiger nicht sein.

Zu diesem Buch: Lesen, und zwar unbedingt und sofort!

Montag, 25. Mai 2026

Spektrum der Wissenschaft-Redaktion (Hrsg): Antikes Rom

Aufstieg und Fall einer Weltmacht

"Lass mich mal schnell altes Schulwissen auffrischen und auf den neuesten Stand bringen." dachte ich als ich das "Spektrum Kompakt" kaufte. Aber da hatte ich die Rechnung ohne die Redaktion gemacht. Jetzt will ich mehr wissen, und werde wohl bald den Bücherdealer meines Vertrauens um Rat bitten. 

Aber zum Anfixen 1a: Lesen, und zwar unbedingt und sofort!

Freitag, 22. Mai 2026

Spektrum der Wissenschaft-Redaktion (Hrsg): Parasiten

Gefährliche und nützliche Mitbewohner

Ui! Das war aber spannend.

Während meines Hauptstudiums hatte ich einen Dozenten, der uns Studenten gerne mit Geschichten von Parasiten erschreckt hat. Oder erschrecken wollte, denn ich fand das immer äußerst faszinierend.

Irgendwie ist seine Leidenschaft auf mich übergesprungen, aber leider hatte ich in den letzten Jahrzehnten wenig Zeit, um mich diesem bizarren Hobby zu widmen. Spektrum zeigt mir, in welche Richtung sich die Forschung inzwischen bewegt hat: Parasiten, die gezielt Gene ihrer Wirte stehlen, Parasiten als Mitverursachter von psychischen Auffälligkeiten oder Parasiten als wichtige Regulative in Ökosystemen. Und das sind nur drei Beispiele.

Wer Interesse an biologischen Zusammenhängen hat: Unbedingt lesen!

Mittwoch, 20. Mai 2026

Markus Orths: Die Enthusiasten

Vincent Bär ist Literaturbegeistert. Das hat er von seinen Eltern, die als leidenschaftliche Leser und Büchersammler Teile dieser Leidenschaft an ihre drei Kinder weitergegeben haben. Besonders angetan hat es ihm "Tristam Shandy", ein Roman von Laurence Sterne, dessen 250er Geburtstag sich nähert. Grund genug, sich im nordenglischen Coxworld mit zwei gleichgesinnten Freunden zu treffen, um dem verstorbenen Idol an seinem Grab zu huldigen. 

Dort erhalten sie zeitgleich eine gleichlaufende SMS, ein Unbekannter bietet ihnen die Prüfung und letzten Endes auch den Kauf des handschriftlichen Manuskripts von Tristam Shandys bislang unbekanntem zehnten Kapitel an. Das wäre in Literaturfachkreisen eine Sensation.

Soviel verrate ich normalerweise nicht von der Handlung eines relativ kurzen Romans. Hier kann ich das aber guten Gewissens tun, der die Geschichte hat noch weitere Ebenen, die das Handlungsgespinst ziemlich Komplex machen. Außerdem, ich muss es zugeben, benutzt Herr Orths, den ich ja sonst eher von krachend lustigen Komödie kenne, eine zum Steinerweichen schöne Sprache.

Jetzt habe ich Lust bekommen, selber "Tristam Shandy" zu lesen. Dass der Bücherdealer meines Vertrauens das ebenfalls schon getan hat, und mir sogar wertvolle Tipps bezüglich der besten Übersetzung geben kann, wundert mich nicht. Herr Schwarz ist einfach besser als der Algorithmus von Amazon. 

Lesen!

Und zwar unbedingt und sofort.

Und kauft bei lokalen, inhabergeführten Geschäften!

Sonntag, 17. Mai 2026

Ulrike Herrmann: Geld als Waffe

Boah!

Was die gelernte Journalistin und studierte Historikerin an Analysen raushaut ist ebenso brillant wie beängstigend. Treffend untersucht sie am Beispiel aktueller geopolitischer Krisen die Rolle des Geldes als DIE Kriegswaffe schlechthin. Dabei ist sie mindestens so gut informiert und scharfsinnig wie Tim Marshall. Die Autorin ist Redakteurin bei der TAZ, und ich hatte sie bisher nicht auf dem Radar. Erst durch das Interviewformat "Missverstehen Sie mich richtig" auf YouTube bin ich auf sie aufmerksam geworden und war sofort begeistert.

Lesen. Und zwar sofort!

Mittwoch, 13. Mai 2026

Spektrum der Wissenschaft-Redaktion (Hrsg): Digitalpaket Exoplaneten

 Und zwar alle vier Ausgaben der "kompakt"-Reihe, als da wären:

  • Ferne Welten im Blick (2015)
  • Wie ferne Begleiter entstehen (2017)
  • Fahndung nach extrasolaren Planeten (2020)
  • Die Suche nach der zweiten Erde (2022)
Spektrum kompakt stellt jeweils eine Sammlung von bereits an anderer Stelle veröffentlichten Artikeln dar. Überwiegend entstammen sie den Magazinen "Spektrum der Wissenschaft" und "Sterne und Weltraum" aus dem gleichen Verlag. Manche wurden auch auf Spektrum online erstveröffentlicht oder im
renommierten Wissenschaftsmagazin "science". 

Es handelt sich also nicht um irgendwelchen Hokuspokus. Hier schreiben Wissenschaftler für Laien oder ausgebildete Wissenschaftsredakteure, die sich in diesem Fachgebiet sehr gut auskennen. 
Das vorliegende Digitalpaket stellt also den Stand der Forschung zu diesem Thema zu verschiedenen Zeitpunkten dar, dabei wird ein Zeitraum von etwa zehn Jahren abgedeckt. 
Auch wenn besprochenen Themen teilweise mehrfach aufgegriffen wurden, so wird das Lesen keinesfalls langweilig. Im Gegenteil: Wissenschaft und ihre Methoden entwickeln sich ständig weiter, was gestern noch als unumstößliches Dogma galt, wird morgen aufgrund neuer Methoden vielleicht einfach über den Haufen geworfen. Die Wissenschaft irrt sich quasi von Erkenntnis zu Erkenntnis. Und das ist kein bug. Das ist ein feature!
Seit dem Nachweis des ersten Exoplaneten der um eine Sonne kreist (1995 durch Mayor und Queloz) wurden über 6000 davon entdeckt. Durch das kürzlich gestartete James-Web-Teleskop und weitere erdgebundene sowie im Erdorbit befindliche Instrumente erhofft man sich eine Fülle neuer Entdeckungen.

Doch nicht nur die schiere Zahl beeindruckt. Mit Hilfe der immer weiter verfeinerten Methoden lassen sich eine Fülle neuer Erkenntnisse gewinnen: Umlaufparameter, Masse, Größe und Aufbau, selbst Atmosphären wurden schon nachgewiesen, Hinweise auf ihre Zusammensetzung gesammelt und sogar Exomonde konnten bereits entdeckt werden. Eine unfassbare Leistung. 

Um das zu veranschaulichen stellen Sie sich folgendes Gedankenexperiment vor: Sie stehen nachts auf dem Turm der Stiftskirche in Neustadt. Mit einem Fernglas beobachten auf dem Heidelberger Schloss in fast 40 Kilometern Entfernung eine Kerzenflamme (als Metapher für einen Exoplaneten), die vor einem lodernden Martinsfeuer steht (einer Sonne). Dabei untersuchen Sie aus der Ferne die chemische Zusammensetzung der Kerzenflamme (Atmosphäre) und können auch noch das längst erloschene Zündholz (Mond) nachweisen, mit dem die Kerze angezündet wurde und das jetzt neben der Kerze auf dem Tisch liegt. 

Ich weiß nicht, wie es Ihnen dabei geht, aber mich fasziniert das. Deshalb kann ich auch nur eine Empfehlung geben: Lesen! Und zwar avanti!

Samstag, 18. April 2026

Marc-Uwe Kling: Die Känguru-Werke

 ...und zwar alle fünf Teile, als da wären:

  1. Die Känguru-Chroniken
  2. Das Känguru-Manifest
  3. Die Känguru-Offenbarung
  4. Die Känguru-Apokryphen
  5. Die Känguru-Rebellion
Ohne zu viel von der Handlung zu spoilern, darf man hier wohl doch die Anlage des Plots erläutern, natürlich nur für die Wenigen, die noch nie etwas vom Känguru gehört oder gelesen haben:

Eines Tages klingelt an der Wohnungstüre des Autors. Draußen steht ein Känguru und will sich fehlende Zutaten für die Zubereitung von Eierkuchen ausleihen. Und zwar alle Zutaten, inklusive Pfanne und Küche. Unter diesem Vorwand betritt es die Wohnung und verläßt sie zunächst nicht mehr. Nach und nach entwickelt sich diese Situation zu einer Wohngemeinschaft. 

Was das Ganze so interessant macht ist, dass das Känguru sprechen kann. Und selten damit aufhört. Das Känguru ist ein äußerst belesener Kommunist, bewandert in Philosophie und Sozialwissenschaften. Und so entstehen absurde Dialoge, lustige Streiche und durchaus Tiefgründiges.

Warum eigentlich Hörbuch, obwohl ich die sonst nicht so gerne habe? Ganz einfach: Der Autor liest die Bücher selber vor Publikum ein. Dabei verleiht er seiner Stimme bei jeder neu auftauchenden Figur eine andere, für diese Figur charakteristische Note. Das macht die ohnehin schon lustigen Texte noch witziger.


Sehr, sehr lustig, unbedingt lesen. Oder noch besser: Hören!



































Freitag, 27. März 2026

Spektrum der Wissenschaft-Redaktion (Hrsg): Bronzezeit

Bei "Archäologie" denke ich vor Allem an Ausgrabungskampagnen: Kleine, überschaubare Areale werden mit langen Schnüren in Quadrate eingeteilt, anschließend hocken Grabungshelfer, Forscher und ihre Studenten mit feinen Pinseln herum und pinseln den Staub von Tonscherben und dokumentieren jeden Pinselstrich und jedes Artefakt. So gut, so langweilig.
Dass die Archäologie sich inzwischen modernster Techniken bedient, hatte ich vollkommen ausgeblendet: Sonar- und Röntgenuntersuchungen gehören inzwischen zu den Standardtechniken. Kohlenstoffisotopenanalyse dient längst nicht mehr ausschließlich der Altersbestimmung, sondern wird auch für päläoklimatische Forschung herangezogen. Pollenanalyse und Genomsequenzierung sind inzwischen ganz selbstverständliche Bestandteile des Werkzeugkastens einer Grabungskampagne.

Wow!

Genau das Richtige für einen alten Nerd!

Wen's interessiert: Lesen!
 

Donnerstag, 19. März 2026

Marc-Uwe Kling, Astrid Henn: Der Tag, an dem Tiffany das Wasser aus der Badewanne geschaukelt hat

Wie von Marc-Uwe Kling nicht anders zu erwarten bleibt es nicht bei dem kleinen Malheur, welches die achtjährige Tiffany verursacht hat. Wie der Autor die Situation geradezu absurd eskalieren lässt, sollten Sie dann aber selber nachlesen, denn davon verrate ich bei einer Kurzgeschichte nichts. Auch dieses Buch wird von Astrid Henn liebevoll illustriert.

Lesen, und zwar unbedingt und sofort!

Dienstag, 17. März 2026

Marc-Uwe Kling, Astrid Henn: Der Tag, an dem der Opa den Wasserkocher auf den Herd gestellt hat

Diese Kurzgeschichte ist allein durch den Titel bereits auserzählt. Dachte ich. Und dann kam es doch ganz anders. Und es sind alle Helden aus dem Tiffany-Universum da: Ihre Geschwister Max und Luisa, der Pizzajunge, Mama, Papa und die Oma. Und natürlich Opa, ohne den dieses Abenteuer nicht stattgefunden hätte, das versteht sich wohl von selbst. 

Astrid Henn illustriert die Geschichte geradezu bezaubernd, und ich empfehle deshalb dringen, dieses Buch nicht auf einem Ebook-Reader mit schwarzweiß-Bildschirm zu lesen, sondern auf Papier oder einem Lesegerät mit Farbbildschirm. Lustig ist es aber auch in schwarzweiß.

Lesen!

Mittwoch, 11. März 2026

Marc-Uwe Kling, Astrid Henn: Der Tag, an dem die Oma das Internet kaputt gemacht hat

Einerseits ist das Internet ja eine feine Sache: Es hilft einem, sich im Staßenverkehr zurechtzufinden, bringt dem Pizzajungen Aufträge, man kann mit abwesenden Freunden chatten und gemeinsam Spiele spielen. Es bringt uns Musik ins Haus und interessante Dokus. Über Fische. Da ist wirklich für jeden etwas im Angebot. Leider führt das in vielen Familien dazu, dass jeder mehr oder weniger einsam vor sich hinprüttelt, jeder sich nur mit seinem Engerät daddelt und niemand mehr mit Anderen redet oder spielt. Also so in echt.

Was wäre, wenn man das Netz abschalten könnte?

Marc-Uwe Kling spielt das in seiner amüsanten Kurzgeschichte durch und Astrid Henn illustriert es. Das Ergebnis ist überraschend lecker und unerwartet rührend. 

Lesen, und zwar unbedingt und sofort.


Montag, 9. März 2026

Marc-Uwe Kling, Astrid Henn: Das Neinhorn

Auch dieses Büchlein von Marc-Uwe Kling (Text) und Astrid Henn (Bilder) steckt voller absurder Abenteuer und irrer Ideen. Ich werde den Teufel tun, und die Handlung spoilern. Nur so viel: Es geht um die Freundschaft eines NEINhorns mit einem WASbär, einem NAhUND und einer KönigsDOCHter. Der auf dem  Innencover angekündigte sprudelig schäumende Seifenblasensee, zahlreiche zauberhafte Zypressen und der hübsche Herzwald kommen nicht, oder nur am Rande vor. Eigentlich schade, denn die hätte ich gerne kennen gelernt. Aber man kann ja nicht alles haben. Es ist trotzdem ein ganz bezauberndes Buch!

Lesen, besser noch: vorlesen! Und zwar einem Kind oder einem jung gebliebenen Erwachsenen.

Man sollte überhaupt wieder mehr vorlesen!

Samstag, 7. März 2026

Marc-Uwe Kling, Astrid Henn: Der Tag, an dem Max dreimal ins Auto gekotzt hat

Wie immer bei Comics oder Kurzgeschichten verrate ich wenig bis nicht über die Handlung. Im Prinzip geht es darum, Handlungsschemata von Erwachsenen oder Jugendlichen aus der Perspektive der achtjährigen Tffany zu beobachten und zu interpretieren. Marc-Uwe Kling macht das ganz hervorragend. Und dass sich hier der Handlungsstrang zu immer absurderen Höhen hochschaukelt, trägt seinen Teil dazu bei, dass dieses kleine Büchlein letzten Endes zum Brüllen komisch ist. Mein Tipp: In der Öffentlichkeit entweder nicht lesen oder laut vorlesen.

Großartig. Ich will mehr davon!  

Freitag, 6. März 2026

Marc-Uwe Kling, Astrid Henn: Der Tag, an dem Papa ein heikles Gespräch führen wollte

Sehr netter Happen zwischendurch, aber zu kurz, um die Handlung anzureißen. Man knabbert die Geschichte schneller weg als einen Asterix-Comic, deshalb wird hier nichts gespoilert.

Der Schöpfer des Kängurus hat ein untrügliches Gespür für peinlich-komische Situationen und Kindermundwahrheiten. Die Zeichnungen von Astrid Henn machen es schwer, keine Bilder im Kopf zu haben. Eine sehr lustige Mischung, ich musste im Café laut losprusten!

Einzig die Stimme des Beuteltiers stört etwas, aber vielleicht liest die ja auch nur in meinem Kopf den Text vor.

Lesen, und zwar unbedingt und sofort!

Donnerstag, 5. März 2026

Spektrum der Wissenschaft-Redaktion (Hrsg): Neolithikum

Zeitalter der Siedler und Bauern

Im Rahmen meines Geographiestudiums, insbesondere in einem Vorbereitungsseminar für eine große Exkursion in die Levante, habe ich mich intensiv mit der Jungsteinzeit beschäftigt. Ich fand, und finde es noch heute, einfach interessant, wie unsere Vorfahren den Ackerbau und die Viehzucht erfanden und die ersten dauerhaften Siedlungen gründeten. 

Seit meiner Exkursion nach Syrien und Jordanien hat sich viel getan in der Wissenschaft, neue Methoden brachten neue Erkenntnisse. Es war also Zeit für ein Update. Und das bietet mir die Spektrum-Redaktion. Verständlich erklärt, anschaulich illustriert und auf hohem wissenschaftlichem Niveau. 

Spannend!

Wen's interessiert: Lesen!

Montag, 2. März 2026

Spektrum der Wissenschaft-Redaktion (Hrsg): RNA im Fokus

Mit dem Abschluss des Human-Genome-Project im Jahr 2003 dachte man zunächst, man habe jetzt so viel über unser Erbgut gelernt, dass es wohl nur noch eine Frage der Zeit sei, bis Ärzte und Krankenversicherungen genetische Risikofaktoren mit Schnelltests aufspüren oder Wissenschaftler diese ausschalten können. Dumm nur, dass sich rasch herausstellte, dass lediglich ein bis zwei Prozent unserer DNA (proteincodierende) Gene im klassischen Sinn darstellen. Den Rest bezeichnete man als Junk-DNA und maß ihr keinerlei Funktion bei. Dumm nur, dass man immer wieder beobachten konnte, dass auch Junk-DNA in RNA transkribiert wird. 

Inzwischen weiß man, dass diese RNA vielfältige und komplexe regulierende Funktionen erfüllt, dass sie ein gewaltiges Potential für die Verwendung als Impfstoffe hat, man hat RNA-Fragmente mit enzymatischen Funktionen entdeckt und man hat replizierende RNA-Fragmente gefunden, die als hochinfektiöse Krankheitserreger ihr Unwesen treiben. Kurz: RNA ist der neue heiße Scheiß in der Genetik.

Spektrum: Wie immer Wissen auf dem neuesten Stand, verständlich geschrieben und anschaulich illustriert!

Lesen, und zwar unbedingt und sofort.

Für den Fall, dass es da draußen Menschen gibt die diesen Blog lesen, noch ein Wort in eigener Sache:

Seit meinem Eintritt in den Ruhestand habe ich endlich Zeit, die Tageszeitung zu lesen (und nicht nur zu überfliegen) und Fernsehserien und Spielfilme ausführlich in meinem kleinen Küchenkino zu genießen. Ich habe Podcasts für mich entdeckt und meine alte Schallplattensammlung entstaubt und um einige Neuanschaffungen ergänzt. Auch das "Katapult-Magazin", sein spin off "KatapultUkraine" und "Spektrum der Wissenschaft" lese ich jetzt wieder ganz (und nicht nur quer um Material für Abiturklausuren zu finden).

Deshalb habe ich mich in der letzten Zeit hier etwas rar gemacht, aber ich gelobe Besserung: Mindestens fünf Bücher habe ich z. Zt. in der "sofort lesen"-Pipeline, der Bücherschrank mit noch ungelesenen Werken platzt aus allen Nähten. Es bleibt also spannend (oder wird es zumindest wieder).