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Montag, 7. September 2026

Spektrum der Wissenschaft-Redaktion (Hrsg): Atmosphäre

Schutzhülle unserer Erde

Was mir an diesem Heft besonders gut gefallen hat, war der einführende Artikel, der dem Leser erst einmal die Basics vermittelt, um der ganzen Rest zu verstehen. Bringt mir zwar weniger, aber nicht jeder Leser hat Geographie studiert und das Thema ist zu wichtig um es nicht zu didaktifizieren.

Trotz meines Studiums habe auch ich noch Neues lernen können. Vor Allem die dargestellte Atmosphärenchemie rund um Ozon sowie deren Wechselwirkung mit der Atmosphärenphysik fand ich sehr spannend. Wieder einmal zeigt sich, dass es wesentlich aufschlussreicher ist, wenn man interdisziplinär forscht und denkt.

Lesen! Alle!

Freitag, 28. August 2026

Spektrum der Wissenschaft-Redaktion (Hrsg): Giftige Natur

Meine Mutter pflegte mir irgendwelche Mittelchen, die zu nehmen sie mir empfahl, oft mit den Worten "Das ist rein pflanzlich" anzupreisen. Da traf sie bei ihrem Biologie studierenden Sohn aber genau auf den Richtigen. Zu diesem Zeitpunkt war die Toxikologie bereits ein langjähriges Steckenpferd von mir. "Mama" antwortete ich dann oft "Opium ist auch rein pflanzlich. Und Digitalis oder Stechapfel!" Dann war in der Regel Ruhe. Und von tierischen Giften, Pilztoxinen und Bakteriengiftstoffen hatten wir noch nicht einmal angefangen.

Und genau darum geht es in diesem Spektrum-Kompakt. Die Natur kann ganz schön giftig sein. Die Redaktion hat wieder einmal ganze Arbeit geleistet. Denn wenn ich mit meinem Wissensbackground hier noch etwas lernen kann, dann wird hier kein alter Käse geliefert. Obwohl auch der bisweilen giftig sein kann.

Wen das Thema interessiert wird hier eine spannende Lektüre finden.

Lesen!

Sonntag, 23. August 2026

Spektrum der Wissenschaft-Redaktion (Hrsg): Die Wunderwelt der Pflanzen

Studiert man die Lehre vom Leben (Biologie) erschlägt einen irgendwann die Vielfalt. 1,8 Millionen Arten hat die Wissenschaft bisher beschrieben, es sind aber viel mehr. Je nach Zählweise reichen die Schätzungen von 8 bis 15 Millionen, bezieht man auch Mikroben und Pilze in die Schätzung mit ein, liest man sogar von über 100 Millionen. Die kann kein Mensch alle kennen. Deshalb ist es auch durchaus möglich, einen studierten Biologen noch zu überraschen. 

Das ist der Redaktion durch die Auswahl der Artikel wirklich gelungen. 

Lesen, und zwar unbedingt und sofort

Donnerstag, 20. August 2026

Spektrum der Wissenschaft-Redaktion (Hrsg): Die Gattung Homo

Zeitgenossen des modernen Menschen

Mein ursprünglicher Plan war es, mich nach der Pensionierung wieder an einer Universität einzuschreiben. Studium Universale - Hirnjogging. Doch was sich jetzt nach und nach aus einer ursprünglich als  Gegenmittel für Langeweile beim Restaurantbesuch oder bei längeren Zugfahrten gedachten Angewohnheit entwickelt hat, kommt einer Passion, ja einer Sucht gleich: Spektrum Kompakt ist besser als jede Ringvorlesung. Ich suche mir die Themen aus, die mich interessieren - und das sind naturgemäß meine Studienfächer und daran angrenzende Disziplinen - und lasse mich von der Redaktion einfach auf den neuesten Stand bringen. 

Konkret bedeutet das in diesem Fall: Vom Homo florensiensis hatte ich noch nebenbei etwas gelesen, aber das ist über 20 Jahre her. Denisova-Menschen sind völlig unter meinem Radar geflogen und auch der Homo naledi und der Homo luzonensis hatten sich mir bisher noch nicht vorgestellt. Dass chinesische Forscher inzwischen viel Wissen zur Evolution des Menschen erarbeitet hatten, wusste ich, aber nicht was. Das Beste in diesem Heft sind für meinen Geschmack die Höhlenmalereien der Neandertaler. Ich hatte etwas Pipi in den Augen, als ich sie gesehen habe. Das wirft alles über den Haufen, was ich noch in der Schule gelernt habe.

Toll!

Lesen, und zwar unbedingt und sofort!

Dienstag, 11. August 2026

Spektrum der Wissenschaft-Redaktion (Hrsg): Gerettet!

Erfolgreicher Naturschutz

Nach all den apokalyptisch anmutenden Themenheften zum Thema Massenaussterben hatte ich mich regelrecht gefreut auf dieses Heft. "Endlich auch mal gute Nachrichten!" dachte ich. "Endlich mal ein Heft, das nicht von Tod und Verderben und der Auslöschung ganzer Lebensgemeinschaften handelt." Ein Hoffnungsschimmer!

Ab er da hatte ich die Rechnung ohne den Wirt gemacht. So einfach ist das leider nicht. Bei einem relativ robusten Nahrungsopportunisten wie der Europäischen Auster mag die Wiederansiedlung im ursprünglichen Lebensraum noch funktionieren. Austern sind Filtrierer, die organische Schwebstoffe aus dem Wasser sieben. Ob diese Schwebstoffe aus einem intakten Ökosystem kommen oder nicht, ist ihnen Wurst - sie gedeihen. 

Wo wir gerade bei diesem Thema sind: Austern haben eine sehr interessante Sexualität. Da habe ich echt noch etwas gelernt. Man könnte sagen, dass sie es mit der sexuellen Orientierung nicht so genau nehmen. Fast so wie in Ursula K. Le Guins Roman "Winterplanet" - den könnte ich auch noch einmal lesen.

Ich schweife mal wieder ab. 

Aber: Auch wenn eine Auswilderung von Tieren oder Pflanzen in ihrem natürlichen Lebensraum zunächst geling, heißt das nicht, dass diese langfristig erfolgreich ist. Einerseits sind die Lebensräume oft viel zu stark vom Menschen beeinflusst, zerschnitten und destabilisiert. Andererseits gehen die ausgewilderten Populationen oft nur aus wenigen Individuen hervor. In der Evolution nennt man das einen Genetischen Flaschenhals. Inzucht bleibt nicht aus und vererbbare Krankheiten reichern sich in der Population geradezu an. Da ist das letzte Wort in Bezug auf das Aussterben einer Spezies noch lange nicht gesprochen.

Auch davon handelt dieses Buch. Und vom erstaunlichen Sexleben der Austern. Aber das sagte ich ja bereits.

Lesen, und zwar unbedingt und sofort!

Donnerstag, 6. August 2026

Spektrum der Wissenschaft-Redaktion (Hrsg): Massenaussterben

Reset für das Leben

Hatten wir das Thema nicht gerade noch? Richtig: Auch im Spektrum - kompakt "Paläoklima" war das ein zentraler Aspekt. Hier werden Rahmenbedingungen für Massenaussterben unter die Lupe genommen und mit den sich verändernden Rahmenbedingungen von heute in Beziehung gesetzt. Die Zentrale und quälende Frage lautet: Wird die Menschheit von einem Massenaussterben in ihrer Existenz bedroht?

Ich mache mir heute ausnahmsweise einen schlanken Fuß und lasse Spektrum-Autor Lars Fischer für mich antworten:

"Die Menschheit wird aussterben, das ist sicher. Erdgeschichte zeigt nachdrücklich, dass Arten nicht unendlich lange existieren, und die Idee, dass wir durch irgendeine intrinsische Besonderheit davon ausgenommen wären, gehört eher in den Bereich der Religion. Unsicher ist nur, wann und wie das Ende kommt. Dass der Klimawandel die Menschheit aussterben lassen könnte, ist nicht grundsätzlich abwegig, einfach weil drastische Klimaveränderungen und Aussterben von Arten erdgeschichtlich vermutlich eng zusammenhängen. Ob es dabei tatsächlich die Menschheit erwischt, ist aber schwierig einzuschätzen. Derzeit leben knapp acht Milliarden Menschen auf der Erde, und die – im Stil einer filmreifen Apokalypse – durch eine große Katastrophe binnen weniger Monate oder Jahre alle umzubringen, ist nahezu unmöglich. Ein wirklich riesiger Asteroid oder die knapp 15 000 Atombomben weltweit hätten zugegebenermaßen eine faire Chance. Doch das Erste ist sehr unwahrscheinlich, und das Zweite wäre geschummelt."

Lesen, und zwar unbedingt und sofort!

Freitag, 31. Juli 2026

Spektrum der Wissenschaft-Redaktion (Hrsg): Paläoklima

Der Blick zurück für die Zukunft

Augenblick mal: Paläoklima? Wen interessiert denn sowas?

Der Blick in die Vergangenheit lohnt sich auf alle Fälle. 

Einerseits können computergestützte Klimamodelle damit geeicht werden. Kennt man zum Beispiel die Rahmenbedingungen der letzten 1000 Jahre und den Temperaturverlauf (und das kennt man inzwischen ziemlich genau), kann ich ein Modell zu einem Zeitpunkt vor 1000 Jahren starten und bis heute rechnen lassen. Kommt es für die Jetztzeit zu realistischen Werten, haben wir es vermutlich mit einem sehr genauem Klimamodell zu tun, und die Werte, die es für die Zukunft berechnet, werden wahrscheinlich ebenfalls genau sein.

Andererseits hilft der Blick zurück die komplexen Wechselwirkungen zu verstehen zwischen der Biosphäre, der Geologie, dem Boden, den Gewässern und eben dem Klima. Mit den daraus gewonnenen Erkenntnissen lassen sich nicht nur die Klimamodelle verfeinern, es lassen sich auch klarere Prognosen für eine sich verändernde Umwelt in der Zukunft stellen.

Die Methoden die inzwischen bei der Erforschung des Klimas vergangener Epochen zum Einsatz kommen sind beeindruckend und werden ebenfalls in diesem Themenheft angerissen. Das ist alles sehr spannend!

Wenn Ihnen also mal wieder ein rechter Klimawandelleugner unter die Nase reibt, es habe schon immer Klimaveränderungen gegeben, dann haben Sie bitte im Hinterkopf: er hat Recht. Was er allerdings verschweigt oder vermutlich auch nicht weiß ist, dass Klimaveränderungen in der Erdgeschichte immer mit dem Auslöschen ganzer Ökosysteme und den darin lebenden Arten verbunden waren. In der Paläontologie kennt man sogar inzwischen fünf Klimawandelereignisse, bei denen es zu Massenaussterben von bis zu 90% aller Arten gekommen ist. Was er ebenfalls verschweigt oder vermutlich auch nicht weiß ist, dass es noch nie eine Species gegeben hat, die alleine für ein solches Ereignis verantwortlich war und von dem die Erde sich schon fünf Mal erholt hat, dafür aber jeweils mehrere Millionen Jahre benötigt hat.

Wenn Sie also mit Klimaschwurblern diskutieren möchten, dann lesen Sie dieses Spektrum Kompakt. Wenn Sie mit solchen Leuten nicht reden, sollten Sie es ebenfalls lesen.

Mittwoch, 29. Juli 2026

Spektrum der Wissenschaft-Redaktion (Hrsg): Wahlen

Verhalten und Vertrauen

Wer wählt bevorzugt welchen Teil des politischen Spektrum in Abhängigkeit von Bildungsgrad und Sozialkompetenz. Wie funktionieren verschiedene Wahlsysteme und warum gibt es kein ideales System der Stimmabgabe? Welche Rolle spielt Desinformation in sozialen Medien? Wer billigt Gewalt gegen Andersdenkende?

Das alles und noch viel mehr. Selbstverständlich fachlich fundiert und verständlich illustriert. Sozialkunde auf höchstem Niveau!

Lesen! Jeder!

 

Freitag, 24. Juli 2026

Spektrum der Wissenschaft-Redaktion (Hrsg): Am Rande des Sonnensystems

Es ist unglaublich, welche Erkenntnisse von unserem Heimatsystem inzwischen gewonnen wurden. Vergleichsweise winzige Himmelskörper im Kuipergürtel, rund 60 bis über 100 mal soweit von der Sonne entfernt wie die Erde, und sogar deren Monde konnten erforscht werden. Wenn man bedenkt, wie schwach diese Objekte beleuchtet werden, wie weit sie von der Sonne entfernt und wie klein sie sind grenzt das an ein Wunder. Folgerichtig werden hier auch Instrumente eingesetzt, die eigentlich zur Erforschung extrasolarer Planeten konstruiert wurden. 

Die Plasmazusammensetzung und -eigenschaften am Rande des Sonnensystems und darüber hinaus wurden hingegen von zwei Mitspielern unter die Lupe genommen, die es eigentlich längst nicht mehr geben sollte: Die Sonden Voyager I und II wurden 1977 gestartet, also vor rund 50 Jahren, aber sie leben immer noch und senden bienenfleißig ihre Messdaten zum Heimatplaneten. 

Ich bin gerade völlig geplättet von den Leistungen der Astrophysiker. 

Lesen, und zwar unbedingt und sofort!

Freitag, 10. Juli 2026

Spektrum der Wissenschaft-Redaktion (Hrsg): Entstehung des Lebens


Und zwar alle drei Teile. 

Das Leben zu verstehen ist DIE zentrale Aufgabe der Biologie. Wie aus einfachen Zellen mit der Zeit komplexe Lebewesen entstanden sind und wie diese sich dann zu der jetzt sichtbaren Vielfalt entwickelt haben, ist seit Charles Darwin eigentlich hinreichend erklärbar. Einige wenige Fragen blieben noch offen, die wurden dann von Richard Dawkins umfassend und genial beantwortet. Doch darum geht es in diesen Themenheften nicht.

In diesen Heften geht es sozusagen um den biologischen Schöpfungsakt. Wie entstanden aus unbelebter Materie komplexe Strukturen, die Stoffwechsel betreiben und sich selbst reproduzieren können? Auch in den Schulbüchern meiner Jugend fanden sich hierzu schon Ansätze. An prominenter Stelle ist hier das legendäre Experiment von Stanley Miller und Harold Urey im Jahr 1953 zu nennen. Diese packten eine hypothetische, künstlich hergestellte Uratmosphäre in einen Erlenmeyerkolben, gaben Wasser und Energie in Form von elektrischen Entladungen und Wärme hinzu und nach einiger Zeit konnten sie tatsächlich einfache organische Moleküle in dieser "Ursuppe" nachweisen.

Seit 1953 hat sich in der Erforschung der Entstehung des Lebens jedoch viel getan: Schwarze und Weiße Raucher am Meeresgrund wurden entdeckt und erforscht, Geysire untersucht und sogar ein Kaltwasssergeysir in der Eifel wurde beobachtet. Inzwischen hat man Lebensformen sogar in tiefliegenden, massiven Gesteinsschichten entdeckt, die sich von Eisenverbindungen ernähren und mit einem Zeitlupenstoffwechsel ihr Dasein fristen. Von der Idee, dass sich Leben in vor sich hin schwappender Ursuppe bildete, können wir uns wohl verabschieden.

Die Untersuchungstechniken haben sich radikal weiterentwickelt und auch die interessanten Bezüge zur Astrobiologie möchte ich nicht unerwähnt lassen. Drei superspannende Themenhefte, die zu Lesen ich sehr empfehle. 

Lesen, und zwar unbedingt und sofort!







Mittwoch, 24. Juni 2026

Spektrum der Wissenschaft-Redaktion (Hrsg): Eine Prise Chemie

Auch wenn es der Titel dieses Buches nicht vermuten läßt: Es geht um Lebensmittel.

Wie optimiert man den Kochprozess von Pasta. Können pflanzliche Käseersatzprodukte nach "richtigem" Käse schmecken? Warum schmeckt dunkles Bier nicht kräftig und hat zudem auch noch einen derart unverschämt cremigen Schaum? Warum ist Glühwein nicht zwingend gepanschte Plörre, sondern eine sorgfältig mit Gewürzen und nicht zu großer Hitze hergestellte Delikatesse? ....und, und, und. 

Spektrum eben: Immer ausführlich, immer aktuell, selten erschöpfend, denn Wissenschaft ist niemals auserzählt, und macht immer Lust auf mehr!

Lesen, und zwar unbedingt und sofort!


Freitag, 19. Juni 2026

Quichotte: Beim Lieblingsbäcker

 und zwar die ersten beiden Teile, als da wären: 

  • Auf Leben und Brot
  • Teilchen zwei
Was der Autor Jonas Klee unter seinem Pseudonym veröffentlich sind kleine aber feine Dialoge, die er so auch in seinen Comedyprogrammen zum Besten gibt. Das Schema ist immer ungefähr gleich: Ein Kunde kommt in die Bäckerei, grüßt, bestellt etwas oder stellt eine Frage und der selbst hinter dem Verkaufstresen stehende Kölner Bäckermeister gibt eine mehr oder weniger patzige, spitzfindige oder sonstwie verblüffende Antwort. Darus entspinnt sich ein Zwiegespräch, bei dem der Handwerker eine verblüffende Eloquenz, eine profunde Allgemeinbildung und geradezu exquisite Kenntnisse der Deutschen Sprache unter Beweis stellt. 

Das ist sehr komisch und eignet sich hervorragend, einem die Wartezeit in einem wegen defekter Weichen festsitzenden ICE zu versüßen.

Ein Wort noch an den Verlag: Der dritte Teil dieser Reihe ist bereits auf Papier erschienen. Als Ebook ist er jedoch noch nicht erhältlich. Das verstehe ich nicht.Es kann doch nicht so schwierig sein, aus einem fertigen Text ein Ebook zu erstellen. Wenn einer meine zweieinhalb Leser auf diese Frage eine Antwort weiß, der er/sie/es gerne einen Kommentar hinterlassen.

Und bevor ich es vergesse: Lesen! Und zwar unbedingt und sofort.

Donnerstag, 4. Juni 2026

Spektrum der Wissenschaft-Redaktion (Hrsg): Demokratie unter Druck

Ui! Das war ja mal harter Stoff!

Wenn man sich mit Populismus, Autoritarismus, den Rollen der sozialen Medien und KI-Chatbots auf wissenschaftlichem Niveau beschäftigt, werden diese nicht weniger beängstigend, sonder eher noch viel gruseliger. 

Lesen, und zwar unbedingt und sofort!

Mittwoch, 3. Juni 2026

Spektrum der Wissenschaft-Redaktion (Hrsg): Renaturierung in Europa

Vor vielen Jahren habe ich eine interessante Doku gesehen, ich glaube, es war eine BBC-Produktion, ich kann mich aber irren. Grundidee dieser Produktion: Wir denken uns alle Menschen weg und schauen, was passiert. Nach wievielen Jahren sind die Straßen überwuchert, wie lange braucht es, bis Dächer einstürzen damit sich in Gebäuden wieder Bäume ansiedeln können und so weiter. Die Autoren dieser Doku kamen zu dem Schluß, dass selbst große Städte mit Hochhäusern innerhalb weniger Jahrzehnte spurlos verschwinden würden, wenn sich nicht mehr von Menschen instandgehalten und gewartet würden. Meine eigenen Erfahrungen bestätigten diese Vorstellung: Ich habe am Unterlauf des Flüsschens Ahr meine Kindheit verbracht. Die letzten zwei Kilometer dieses Flüsschens hatte man zum Naturschutzgebiet erklärt. Man munkelte, dass so der Bau eines Atomkraftwerks verhindert werden sollte, dass dann tatsächlich woanders gebaut wurde. Wegen des Status als Naturschutzgebiet durfte die massive Uferbefestigung der Ahr nicht mehr gewartet werden, und innerhalb weniger Hochwasserereignisse geschah Erstaunliches: Der Fluss holte sich seine Umgebung zurück. Stück für Stück schwemmte die Ahr ihr menschengemachtes, enges Basaltkorsett fort und begann wieder, Mäander und Schleifen zu bilden. 

Was Renaturierung angeht gehörte ich deshalb eigentlich immer zur "Hosentaschen-Fraktion": Hände in die Hosentaschen und die Natur einfach machen lassen - die bekommt das alleine am besten hin.

Nach der Lektüre dieses Buches muss ich diese naive Vorstellung wohl ad Acta legen. Ganz so einfach scheint es nicht zu sein. Sei es, dass sich inzwischen Neophyten breit gemacht haben, die man ohne menschliche Unterstützung bei einer Renaturierungsmaßnahme nicht mehr los wird, oder sei es weil inzwischen viele Gruppen von Bürgern berechtigte Ansprüche und Interessen an den zu renaturierenden Flächen anmelden. Die Menschheit ist inzwischen auf über acht Milliarden angewachsen, da kann man nicht beliebig viel Land ungeplant wieder der Natur überlassen.

Für mich als Biologen ist das hochinteressant zu lesen und ich empfehle es uneingeschränkt.

Freitag, 29. Mai 2026

Spektrum der Wissenschaft-Redaktion (Hrsg): Mathematik in der Popkultur

Ich hatte es ja bereits angekündigt:

Es wird noch nerdiger!

Dass ausgerechnet ich mich für ein Buch über mathematische Probleme interessiere, hat einen Hintergrund: Mathematik gehört zu den Wissenschaften, die ich faszinierend finde, obwohl ich das Meiste nicht verstehe. Um die Wahrheit zu sagen: Der Mathematik-Leistungskurs hätte mich fast das Abitur gekostet, am Ende musste ich um meine drei Punkte (mangelhaft) kämpfen. Während mir Biologie und vor allem Geographie im Verlauf der Oberstufe immer leichter fielen, brachte mich Mathe an der Rand der Verzweiflung - und zwar ohne an Faszination einzubüßen. 

Deshalb fällt es mir auch nicht leicht, wie üblich ein "Lesen, und zwar unbedingt und sofort!" herauszuschalmeien. Ich fand das Buch, obwohl ich nicht alles verstanden habe, spannend, unterhaltsam und aufschlußreich. Diese Ansicht wird sicher nicht jeder teilen können, aber egal!

Ich mache es jetzt einfach: Lesen, und zwar unbedingt und sofort!

Gebt der alten Tante Mathematik noch einmal eine Chance!

Donnerstag, 28. Mai 2026

Spektrum der Wissenschaft-Redaktion (Hrsg): Primaten

Unsere nächsten Verwandten

Endlich habe ich wieder die Zeit und die Muße, mich in meinen Studienfächern Biologie und Geographie auf den neuesten Stand zu bringen. Und alles dazwischen und außerhalb. Ich wollte schon immer wissen, was die Welt im Innersten zusammenhält, und jetzt kann ich mich dazu wieder schlau machen.

Auch in der Primatenforschung hat es in den letzten Jahrzehnten große Fortschritte gegeben. Außerdem haben sich die Rahmenbedingungen verändert. Umgekehrte Zoonosen hätte ich eigentlich auch erwartet, aber dass diese ganze Schimpansenbestände gefährden, wusste ich nicht. Bonobos sind möglicherweise nicht die sexsüchtigen, friedliebenden Hippies im Urwald, für die man sie lange Zeit gehalten hat - zumindest nicht nur. Vor einer allzu anthropozentrischen Interpretation in der Verhaltensforschung hat mich damals schon mein Biologielehrer gewarnt, aber erst heute scheinen diese Warnungen bei allen Wissenschaftlern anzukommen.

Dies, und noch viel mehr, wird in diesem Spektrum Kompakt thematisiert.

Und wenn ihr jetzt glaubt, ich sei ein Nerd, dann liegt ihr absolut richtig. Aber wartet nur auf das nächste Buch, das hier besprochen wird: Es könnte nerdiger nicht sein.

Zu diesem Buch: Lesen, und zwar unbedingt und sofort!

Montag, 25. Mai 2026

Spektrum der Wissenschaft-Redaktion (Hrsg): Antikes Rom

Aufstieg und Fall einer Weltmacht

"Lass mich mal schnell altes Schulwissen auffrischen und auf den neuesten Stand bringen." dachte ich als ich das "Spektrum Kompakt" kaufte. Aber da hatte ich die Rechnung ohne die Redaktion gemacht. Jetzt will ich mehr wissen, und werde wohl bald den Bücherdealer meines Vertrauens um Rat bitten. 

Aber zum Anfixen 1a: Lesen, und zwar unbedingt und sofort!

Freitag, 22. Mai 2026

Spektrum der Wissenschaft-Redaktion (Hrsg): Parasiten

Gefährliche und nützliche Mitbewohner

Ui! Das war aber spannend.

Während meines Hauptstudiums hatte ich einen Dozenten, der uns Studenten gerne mit Geschichten von Parasiten erschreckt hat. Oder erschrecken wollte, denn ich fand das immer äußerst faszinierend.

Irgendwie ist seine Leidenschaft auf mich übergesprungen, aber leider hatte ich in den letzten Jahrzehnten wenig Zeit, um mich diesem bizarren Hobby zu widmen. Spektrum zeigt mir, in welche Richtung sich die Forschung inzwischen bewegt hat: Parasiten, die gezielt Gene ihrer Wirte stehlen, Parasiten als Mitverursachter von psychischen Auffälligkeiten oder Parasiten als wichtige Regulative in Ökosystemen. Und das sind nur drei Beispiele.

Wer Interesse an biologischen Zusammenhängen hat: Unbedingt lesen!

Mittwoch, 20. Mai 2026

Markus Orths: Die Enthusiasten

Vincent Bär ist Literaturbegeistert. Das hat er von seinen Eltern, die als leidenschaftliche Leser und Büchersammler Teile dieser Leidenschaft an ihre drei Kinder weitergegeben haben. Besonders angetan hat es ihm "Tristam Shandy", ein Roman von Laurence Sterne, dessen 250er Geburtstag sich nähert. Grund genug, sich im nordenglischen Coxworld mit zwei gleichgesinnten Freunden zu treffen, um dem verstorbenen Idol an seinem Grab zu huldigen. 

Dort erhalten sie zeitgleich eine gleichlaufende SMS, ein Unbekannter bietet ihnen die Prüfung und letzten Endes auch den Kauf des handschriftlichen Manuskripts von Tristam Shandys bislang unbekanntem zehnten Kapitel an. Das wäre in Literaturfachkreisen eine Sensation.

Soviel verrate ich normalerweise nicht von der Handlung eines relativ kurzen Romans. Hier kann ich das aber guten Gewissens tun, der die Geschichte hat noch weitere Ebenen, die das Handlungsgespinst ziemlich Komplex machen. Außerdem, ich muss es zugeben, benutzt Herr Orths, den ich ja sonst eher von krachend lustigen Komödie kenne, eine zum Steinerweichen schöne Sprache.

Jetzt habe ich Lust bekommen, selber "Tristam Shandy" zu lesen. Dass der Bücherdealer meines Vertrauens das ebenfalls schon getan hat, und mir sogar wertvolle Tipps bezüglich der besten Übersetzung geben kann, wundert mich nicht. Herr Schwarz ist einfach besser als der Algorithmus von Amazon. 

Lesen!

Und zwar unbedingt und sofort.

Und kauft bei lokalen, inhabergeführten Geschäften!

Sonntag, 17. Mai 2026

Ulrike Herrmann: Geld als Waffe

Boah!

Was die gelernte Journalistin und studierte Historikerin an Analysen raushaut ist ebenso brillant wie beängstigend. Treffend untersucht sie am Beispiel aktueller geopolitischer Krisen die Rolle des Geldes als DIE Kriegswaffe schlechthin. Dabei ist sie mindestens so gut informiert und scharfsinnig wie Tim Marshall. Die Autorin ist Redakteurin bei der TAZ, und ich hatte sie bisher nicht auf dem Radar. Erst durch das Interviewformat "Missverstehen Sie mich richtig" auf YouTube bin ich auf sie aufmerksam geworden und war sofort begeistert.

Lesen. Und zwar sofort!