Freitag, 10. Juli 2026

Spektrum der Wissenschaft-Redaktion (Hrsg): Entstehung des Lebens


Und zwar alle drei Teile. 

Das Leben zu verstehen ist DIE zentrale Aufgabe der Biologie. Wie aus einfachen Zellen mit der Zeit komplexe Lebewesen entstanden sind und wie diese sich dann zu der jetzt sichtbaren Vielfalt entwickelt haben, ist seit Charles Darwin eigentlich hinreichend erklärbar. Einige wenige Fragen blieben noch offen, die wurden dann von Richard Dawkins umfassend und genial beantwortet. Doch darum geht es in diesen Themenhefte nicht.

In diesen Heften geht es sozusagen um den biologischen Schöpfungsakt. Wie entstanden aus unbelebter Materie komplexe Strukturen, die Stoffwechsel betreiben und sich selbst reproduzieren können? Auch in den Schulbüchern meiner Jugend fanden sich hierzu schon Ansätze. An prominenter Stelle ist hier das legendäre Experiment von Stanley Miller und Harold Urey im Jahr 1953 zu nennen. Diese packten eine hypothetische, künstlich hergestellte Uratmosphäre in einen Erlenmeyerkolben, gaben Wasser und Energie in Form von elektrischen Entladungen und Wärme hinzu und nach einiger Zeit konnten sie tatsächlich einfache organische Moleküle in dieser "Ursuppe" nachweisen.

Seit 1953 hat sich in der Erforschung der Entstehung des Lebens jedoch viel getan: Schwarze und Weiße Raucher am Meeresgrund wurden entdeckt und erforscht, Geysire untersucht und sogar ein Kaltwasssergeysir in der Eifel wurde beobachtet. Inzwischen hat man Lebensformen sogar in tiefliegenden, massiven Gesteinsschichten entdeckt, die sich von Eisenverbindungen ernähren und mit einem Zeitlupenstoffwechsel ihr Dasein fristen. Von der Idee, dass sich leben in vor sich hin schwappender Ursuppe bildete, können wir uns wohl verabschieden.

Die Untersuchungstechniken haben sich radikal weiterentwickelt und auch die interessanten Bezüge zur Astrobiologie möchte ich nicht unerwähnt lassen. Drei superspannende Themenhefte, die zu Lesen ich sehr empfehle. 

Lesen, und zwar unbedingt und sofort!