Montag, 19. Oktober 2026

Ulrike Herrmann: Das Ende des Kapitalismus

Angeschnallt und aufgepasst: Die studierte Historikerin und Philosophin kennt sich mit Themen der Wirtschafts- und Sozialpolitik bestens aus und steht unserem Wirtschaftssystem äußerst kritisch gegenüber. Sie analysiert es scharfsinnig und konsequent. 

Dabei gliedert sie ihr Buch in vier Teile: 

  • In "Der Aufstieg des Kapitals" bringt sie dem Leser zunächst die Basics bei: Wie funktioniert der Kapitalismus als System und wie ist er entstanden? Welche Rolle spielen fossile Energien dabei und warum müssen kapitalistische Systeme ständig wachsen? Falls sie sich schon immer gefragt haben sollten, wann der Staat denn endlich einmal etwas gegen gegen die Inflation unternimmt, dann finden sie hier die verblüffende Antwort: Er kann es nicht, denn ohne Inflation kann dieses System überhaupt nicht funktionieren. Frau Herrmann erklärt das natürlich fundierter und genauer als ich. Schließlich weist sie nach, dass dieses permanente Wachstum in einer begrenzten Welt mit begrenzten Ressourcen irgendwann im Untergang dieses Systems enden MUSS!
  • Im zweiten Teil "Grünes Wachstum gibt es nicht" erläutert sie, warum dieses Wachstum nicht umweltverträglich möglich sein kann. Wind- und Solarenergie haben nicht das Potential, alle fossilen Energieträger zu ersetzen und auch Kernkraft ist schon rein rechnerisch keine Option. Und hier geht es nicht um Meinungen, sondern um Fakten. Akribisch untermauert sie ihre Behauptungen mit Zahlen und wissenschaftlich fundierten Argumenten.
  • In "Das Ende des Kapitalismus" macht sie schließlich einen Vorschlag zur Lösung dieses Dilemmas. Sie lehnt sich dabei an ein Modell an, welches man mit "staatlich gelenkte, private Planwirtschaft" vielleicht ganz gut beschreiben könnte. Das Vereinigte Königreich hat mit diesem Modell im zweiten Weltkrieg die Ressourcen in der Wirtschaft frei geschaufelt, die für die Produktion von Rüstungsgütern notwendig waren, ohne dass die Bevölkerung in Not geriet. Frau Herrmann schlägt nun ein ähnliches Modell für einen anderen Kampf vor, nämlich für den Kampf gegen den Klimawandel und den ökologischen und ökonomischen Zusammenbruch, den der Club of Rome schon in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts prognostiziert hat.
  • Der vierte Teil des Buches ist ein umfangreiches Quellenverzeichnis, das wissenschaftlichen Ansprüchen genügt. Wer mich kennt weiß, dass ich auf Bücher mit Fußnoten und umfangreichen Quellenangaben stehe! Warum ist das so wichtig? Ganz einfach: Die Autorin unterstreicht hier erneut ihren Anspruch, dass es ihr nicht um das Verbreiten einer aus einem Bauchgefühl heraus entstandenen Larifari-Meinung geht, sondern um Fakten, knallharte Analysen und logische Schlussfolgerungen.

Vielleicht sind noch andere Lösungswege als der hier vorgeschlagene möglich, aber die Analyse (Teile eins und zwei) ist für mich unumstößlich und präzise. Wenn wir das Ruder nicht herumwerfen, werden wir untergehen. 

Lesen! Alle!

Donnerstag, 1. Oktober 2026

Spektrum der Wissenschaft-Redaktion (Hrsg): Eiszeit

Leben im Pleistozän

Man möchte ja meinen, dass ich irgendwann genug habe von diesen Themen. Aber weit gefehlt: Paläogenetik, Evolution, Klimatologie und Glaziologie regen das Denken und damit den Erhalt der grauen Zellen an. 

Gegen die Verblödung: Spektrum Kompakt!

Lesen! Alles Andere ist Kinderkram!

Dienstag, 15. September 2026

Spektrum der Wissenschaft-Redaktion (Hrsg): Dauerhaft leben im All

Ende der 60er Jahre wurde ich eingeschult. Die Mondlandung schauten wir uns in der Grundschule auf einem riesigen Schwarzweiß-Fernseher an. Dass diese Sendung nur eine Wiederholung der nächtlichen Live-Übertragung war, wussten wir nicht. Es war ungeheuer spannend. 

Wenige Jahre später tauchten neue Produkte und Werkstoffe auf dem Markt auf: Taschenrechner, Digitaluhren und Antihaftbeschichtungen für Kochgeschirr. Anwendungen für Laser wurden auf einmal bezahlbar: Medizintechnik, Bildaufzeichnung und später Musikspieler. Irgendwann wurden dann Computer für Jedermann bezahlbar. Und das sind nur einige Beispiele für sogenannte Abfallprodukte aus der Weltraumforschung. 

Die Herausforderungen an die Weltraumfahrt waren in den 60er- und 70er-Jahren gewaltig, schließlich wollte man in nur einem Jahrzehnt Menschen auf den Mond und lebend und gesund wieder zurück bringen. Aus heutiger Sicht aber waren diese Probleme jedoch überschaubar, denn die Astronauten waren ja immer nur für ein paar Tage im All. Richtig schwierig wird es, wenn ich Menschen über längere Zeiträume durch das Weltall schicke. Und extrem knifflig wird es, wenn diese das schützende Magnetfeld der Erde dauerhaft verlassen sollen.

Neue Techniken müssen entwickelt werden, neue wollen Werkstoffe erfunden werden. Das ist alles wieder richtig spannend und in diesem Heft hervorragend zusammengefasst. 

Lesen!