Mittwoch, 12. Februar 2020

Peter Hofmeister: Neustadt und seine 9 Weindörfer

Portale im 16. - 19. Jahrhundert

Fotodokumentation mit kurzen historischen Erläuterungen

Der (Unter-)Titel ist eigentlich selbsterklärend. Das Buch, welches der Autor im Jahr 2014 im Selbstverlag publiziert hat, enthält auf fast 150 Seiten zahlreiche Farbbilder von bemerkenswerten Türen und Toren in Neustadt und seinen Vororten. Die Bildunterschriften sind knapp, aber erhellend, die Qualität der Fotos hervorragend.

Das Büchlein gibt es leider nur noch antiquarisch oder als Restposten bei einigen wenigen Buchhändlern. Selbst der Bücherdealer meines Vertrauen scheute den Aufwand, es mir noch zu besorgen und verwies mich an den Mitbewerber, der noch ein einzelnes Exemplar im Fenster liegen hatte.

Ein schöner Bildband!

Montag, 3. Februar 2020

Martin Perscheid: Zur Plage der Nation

Sehr netter Happen zwischendurch:

Die Karikaturen von Martin Perscheid sind böse, pointiert hintersinnig, einfallsreich und irrsinnig komisch. Sie richten sich gegen Schwurbeltum und Religion, gegen besorgte Bürger und gegen unbesorgte. Jeder hat das Recht, von Martin Perscheid beleidigt zu werden.

Natürlich kenne ich (fast) alle Cartoons in diesem Buch aus dem Netz. Herr Perscheid ist sehr großzügig, und verteilt sie kostenlos über soziale Medien. Trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb, halte ich es für richtig, ab und zu eines seiner Bücher zu kaufen. Oder zwei: Eines zum Selberlesen, das Zweite, um es zu verschenken.

Lesen, und zwar unbedingt und sofort.

Sonntag, 26. Januar 2020

Matthias Glaubrecht: Das Ende der Evolution

Der Mensch und die Vernichtung der Arten

Was der Zoologe, Evolutionsforscher und Wissenschaftsjournalist Glaubrecht in diesem dicken Buch an Fakten zusammengetragen hat, ist nicht mehr und nicht weniger als die unbequeme Wahrheit: Wir laufen nicht Gefahr, ein Massenaussterben auszulösen. Wir haben es bereits ausgelöst, und die Vernichtung von hunderttausenden von Spezies ist bereits in vollem Gange. Und ja: Der Titel des Buches ist überspitzt formuliert. Selbstverständlich wird es auf der Erde Evolution geben, solange auch nur ein replizierendes Makromolekül Kopien von sich selbst erzeugt. Aber wir, ja: wir, vernichten ganze Evolutionslinien, zerstören in Jahrmillionen ausbalancierte Systeme, wir fucken die Meere ab, wir planieren Landschaften in kontinentalen Dimensionen und wir hören einfach nicht auf, machen immer weiter und weiter. In so geballter Form hat mir das noch niemand um die Ohren gehauen.

Ich mache jetzt etwas, was ich noch nie getan habe, seit ich über gelesene Bücher schreibe: Ich breche ab und bespreche ein nicht bis zum Ende gelesenes Buch. Ich ertrage es nicht mehr. Ich habe ein abgeschlossenes Hochschulstudium in Biologie und einen Abschluss in Geographie. Ich bilde mir ein, dass ich beurteilen kann, ob ein Buch zu diesem Thema hysterische Panikmache darstellt oder nicht. Und dieses Buch enthält nach meinem Dafürhalten nichts als Fakten. Ich breche nach über fünfhundert von mehr als tausend Seiten ab, denn ich habe Angst um meine geistige Gesundheit.

Ich kann das nicht bis zum Ende lesen, obwohl es ein sehr gutes Buch ist.

Wer immer noch glaubt, dass wir die ökologischen Problem schon irgendwie in den Griff bekommen, der sollte hier mal seine Nase reinstecken.