Freitag, 31. Juli 2026

Spektrum der Wissenschaft-Redaktion (Hrsg): Paläoklima

Der Blick zurück für die Zukunft

Augenblick mal: Paläoklima? Wen interessiert denn sowas?

Der Blick in die Vergangenheit lohnt sich auf alle Fälle. 

Einerseits können computergestützte Klimamodelle damit geeicht werden. Kennt man zum Beispiel die Rahmenbedingungen der letzten 1000 Jahre und den Temperaturverlauf (und das kennt man inzwischen ziemlich genau), kann ich ein Modell zu einem Zeitpunkt vor 1000 Jahren starten und bis heute rechnen lassen. Kommt es für die Jetztzeit zu realistischen Werten, haben wir es vermutlich mit einem sehr genauem Klimamodell zu tun, und die Werte, die es für die Zukunft berechnet, werden wahrscheinlich ebenfalls genau sein.

Andererseits hilft der Blick zurück die komplexen Wechselwirkungen zu verstehen zwischen der Biosphäre, der Geologie, dem Boden, den Gewässern und eben dem Klima. Mit den daraus gewonnenen Erkenntnissen lassen sich nicht nur die Klimamodelle verfeinern, es lassen sich auch klarere Prognosen für eine sich verändernde Umwelt in der Zukunft stellen.

Die Methoden die inzwischen bei der Erforschung des Klimas vergangener Epochen zum Einsatz kommen sind beeindruckend und werden ebenfalls in diesem Themenheft angerissen. Das ist alles sehr spannend!

Wenn Ihnen also mal wieder ein rechter Klimawandelleugner unter die Nase reibt, es habe schon immer Klimaveränderungen gegeben, dann haben Sie bitte im Hinterkopf: er hat Recht. Was er allerdings verschweigt oder vermutlich auch nicht weiß ist, dass Klimaveränderungen in der Erdgeschichte immer mit dem Auslöschen ganzer Ökosysteme und den darin lebenden Arten verbunden waren. In der Paläontologie kennt man sogar inzwischen fünf Klimawandelereignisse, bei denen es zu Massenaussterben von bis zu 90% aller Arten gekommen ist. Was er ebenfalls verschweigt oder vermutlich auch nicht weiß ist, dass es noch nie eine Species gegeben hat, die alleine für ein solches Ereignis verantwortlich war und von dem die Erde sich schon fünf Mal erholt hat, dafür aber jeweils mehrere Millionen Jahre benötigt hat.

Wenn Sie also mit Klimaschwurblern diskutieren möchten, dann lesen Sie dieses Spektrum Kompakt. Wenn Sie mit solchen Leuten nicht reden, sollten Sie es ebenfalls lesen.

Mittwoch, 29. Juli 2026

Spektrum der Wissenschaft-Redaktion (Hrsg): Wahlen

Verhalten und Vertrauen

Wer wählt bevorzugt welchen Teil des politischen Spektrum in Abhängigkeit von Bildungsgrad und Sozialkompetenz. Wie funktionieren verschiedene Wahlsysteme und warum gibt es kein ideales System der Stimmabgabe? Welche Rolle spielt Desinformation in sozialen Medien? Wer billigt Gewalt gegen Andersdenkende?

Das alles und noch viel mehr. Selbstverständlich fachlich fundiert und verständlich illustriert. Sozialkunde auf höchstem Niveau!

Lesen! Jeder!

 

Freitag, 24. Juli 2026

Spektrum der Wissenschaft-Redaktion (Hrsg): Am Rande des Sonnensystems

Es ist unglaublich, welche Erkenntnisse von unserem Heimatsystem inzwischen gewonnen wurden. Vergleichsweise winzige Himmelskörper im Kuipergürtel, rund 60 bis über 100 mal soweit von der Sonne entfernt wie die Erde, und sogar deren Monde konnten erforscht werden. Wenn man bedenkt, wie schwach diese Objekte beleuchtet werden, wie weit sie von der Sonne entfernt und wie klein sie sind grenzt das an ein Wunder. Folgerichtig werden hier auch Instrumente eingesetzt, die eigentlich zur Erforschung extrasolarer Planeten konstruiert wurden. 

Die Plasmazusammensetzung und -eigenschaften am Rande des Sonnensystems und darüber hinaus wurden hingegen von zwei Mitspielern unter die Lupe genommen, die es eigentlich längst nicht mehr geben sollte: Die Sonden Voyager I und II wurden 1977 gestartet, also vor rund 50 Jahren, aber sie leben immer noch und senden bienenfleißig ihre Messdaten zum Heimatplaneten. 

Ich bin gerade völlig geplättet von den Leistungen der Astrophysiker. 

Lesen, und zwar unbedingt und sofort!