Mittwoch, 3. Juni 2026

Spektrum der Wissenschaft-Redaktion (Hrsg): Renaturierung in Europa

Vor vielen Jahren habe ich eine interessante Doku gesehen, ich glaube, es war eine BBC-Produktion, ich kann m ich aber irren. Grundidee dieser Produktion: Wir denken uns alle Menschen weg und schauen, was passiert. Nach wievielten Jahren sind die Straßen überwuchert, wie lange braucht es, bis Dächer einstürzen damit sich in Gebäuden wieder Bäume ansiedeln können und so weiter. Die Autoren dieser Doku kamen zu dem Schluß, dass selbst große Städte mit Hochhäusern innerhalb weniger Jahrzehnte spurlos verschwinden würden, wenn sich nicht mehr von Menschen standgehalten und gewartet würden. Meine eigenen Erfahrungen bestätigten diese Vorstellung: Ich habe am Unterlauf des Flüsschens Ihr meine Kindheit verbracht. Die letzten zwei Kilometer dieses Flüsschens hatte man zum Naturschutzgebiet erklärt. Man munkelte, dass so der Bau eines Atomkraftwerks verhindert werden sollte, dass dann tatsächlich woanders gebaut wurde. Wegen des Status als Naturschutzgebiet durfte die massive Uferbefestigung der Air nun nicht mehr gewartet werden, und innerhalb weniger Hochwasserereignisse geschah nun Erstaunliches: Der Fluss holte sich seine Umgebung zurück. Stück für Stück schwemmte die Uhr ihr menschengemachtes, enges Basaltkorsett fort und begann nun wieder, Mäander und Schleifen zu bilden. 

Was Denaturierung angeht gehörte ich deshalb eigentlich immer zur "Hosentaschen-Fraktion": Hände in die Hosentaschen und die Natur einfach machen lassen - die bekommt das alleine am Besten hin.

Nach der Lektüre dieses Buches muss ich diese naive Vorstellung wohl ad Acta legen. Ganz so einfach scheint es nicht zu sein. Sei es, dass sich inzwischen Neophyten breit gemacht haben, die man ohne menschliche Unterstützung bei einer Renaturierungsmaßnahme nicht mehr los wird, oder sei es weil inzwischen viele Gruppen von Bürgern berechtigte Ansprüche und Interessen an den zu renaturierenden Flächen anmelden. Die Menschheit ist inzwischen auf über acht Milliarden angewachsen, da kann man nicht beliebig viel Land ungeplant der Natur überlassen.

Für mich als Biologen ist das hochinteressant zu lesen und ich empfehle es uneingeschränkt.

Freitag, 29. Mai 2026

Spektrum der Wissenschaft-Redaktion (Hrsg): Mathematik in der Popkultur

Ich hatte es ja bereits angekündigt:

Es wird noch nerdiger!

Dass ausgerechnet ich mich für ein Buch über mathematische Probleme interessiere, hat einen Hintergrund: Mathematik gehört zu den Wissenschaften, die ich faszinierend finde, obwohl ich das Meiste nicht verstehe. Um die Wahrheit zu sagen: Der Mathematik-Leistungskurs hätte mich fast das Abitur gekostet, am Ende musste ich um meine drei Punkte (mangelhaft) kämpfen. Während mir Biologie und vor allem Geographie im Verlauf der Oberstufe immer leichter fielen, brachte mich Mathe an der Rand der Verzweiflung - und zwar ohne an Faszination einzubüßen. 

Deshalb fällt es mir auch nicht leicht, wie üblich ein "Lesen, und zwar unbedingt und sofort!" herauszuschalmeien. Ich fand das Buch, obwohl ich nicht alles verstanden habe, spannend, unterhaltsam und aufschlußreich. Diese Ansicht wird sicher nicht jeder teilen können, aber egal!

Ich mache es jetzt einfach: Lesen, und zwar unbedingt und sofort!

Gebt der alten Tante Mathematik noch einmal eine Chance!

Donnerstag, 28. Mai 2026

Spektrum der Wissenschaft-Redaktion (Hrsg): Primaten

Unsere nächsten Verwandten

Endlich habe ich wieder die Zeit und die Muße, mich in meinen Studienfächern Biologie und Geographie auf den neuesten Stand zu bringen. Und alles dazwischen und außerhalb. Ich wollte schon immer wissen, was die Welt im Innersten zusammenhält, und jetzt kann ich mich dazu wieder schlau machen.

Auch in der Primatenforschung hat es in den letzten Jahrzehnten große Fortschritte gegeben. Außerdem haben sich die Rahmenbedingungen verändert. Umgekehrte Zoonosen hätte ich eigentlich auch erwartet, aber dass diese ganze Schimpansenbestände gefährden, wusste ich nicht. Bonobos sind möglicherweise nicht die sexsüchtigen, friedliebenden Hippies im Urwald, für die man sie lange Zeit gehalten hat - zumindest nicht nur. Vor einer allzu anthropozentrischen Interpretation in der Verhaltensforschung hat mich damals schon mein Biologielehrer gewarnt, aber erst heute scheinen diese Warnungen bei allen Wissenschaftlern anzukommen.

Dies, und noch viel mehr, wird in diesem Spektrum Kompakt thematisiert.

Und wenn ihr jetzt glaubt, ich sei ein Nerd, dann liegt ihr absolut richtig. Aber wartet nur auf das nächste Buch, das hier besprochen wird: Es könnte nerdiger nicht sein.

Zu diesem Buch: Lesen, und zwar unbedingt und sofort!