Mittwoch, 13. Mai 2026

Spektrum der Wissenschaft-Redaktion (Hrsg): Digitalpaket Exoplaneten

 

Und zwar alle vier Ausgaben der "kompakt"-Reihe, als da wären:

  • Ferne Welten im Blick (2015)
  • Wie ferne Begleiter entstehen (2017)
  • Fahndung nach extrasolaren Planeten (2020)
  • Die Suche nach der zweiten Erde (2022)
Spektrum kompakt stellt jeweils eine Sammlung von bereits an anderer Stelle veröffentlichten Artikeln dar. Überwiegend entstammen sie den Magazinen "Spektrum der Wissenschaft" und "Sterne und Weltraum" aus dem gleichen Verlag. Manche wurden auch auf Spektrum online erstveröffentlicht oder im
renommierten Wissenschaftsmagazin "science". Es

handelt sich also nicht um irgendwelchen Hokuspokus. Hier schreiben Wissenschaftler für Laien oder ausgebildete Wissenschaftsredakteure, die sich in diesem Fachgebiet sehr gut auskennen. 
Das vorliegende Digitalpaket stellt also den Stand der Forschung zu diesem Thema zu verschiedenen Zeitpunkten dar, dabei wird ein Zeitraum von etwa zehn Jahren abgedeckt. 

Auch wenn besprochenen Themen teilweise mehrfach aufgegriffen wurden, so wird das Lesen keinesfalls langweilig. Im Gegenteil: Wissenschaft und ihre Methoden entwickeln sich ständig weiter, was gestern noch als unumstößliches Dogma galt, wird morgen aufgrund neuer Methoden vielleicht einfach über den Haufen geworfen. Die Wissenschaft irrt sich quasi von Erkenntnis zu Erkenntnis. Und das ist kein bug. Das ist ein feature!

Seit dem Nachweis des ersten Exoplaneten der um eine Sonne kreist (1995 durch Mayor und Queloz) wurden über 6000 davon entdeckt. Durch das kürzlich gestartete James-Web-Teleskop und weitere erdgebundene sowie im Erdorbit befindliche Instrumente erhofft man sich eine Fülle neuer Entdeckungen.

Doch nicht nur die schiere Zahl beeindruckt. Mit Hilfe der immer weiter verfeinerten Methoden lassen sich eine Fülle neuer Erkenntnisse gewinnen: Umlaufparameter, Masse, Größe und Aufbau, selbst Atmosphären wurden schon nachgewiesen, Hinweise auf ihre Zusammensetzung gesammelt und sogar und Exomonde konnten bereits entdeckt werden. Eine unfassbare Leistung. 

Um das zu veranschaulichen stellen Sie sich folgendes Gedankenexperiment vor: Sie stehen nachts auf dem Turm der Stiftskirche in Neustadt. Mit einem Fernglas beobachten auf dem Heidelberger Schloss in fast 40 Kilometern Entfernung eine Kerzenflamme (als Metapher für einen Exoplaneten), die vor einem Lodernden Martinsfeuer steht (einer Sonne). Dabei untersuchen Sie aus der Ferne die chemische Zusammensetzung der Kerzenflamme (Atmosphäre) und können auch noch das längst erloschene Zündholz (Mond) nachweisen, mit dem die Kerze angezündet wurde und das jetzt neben der Kerze auf dem Tisch liegt. 

Ich weiß nicht, wie es Ihnen dabei geht, aber mich fasziniert das. Deshalb kann ich auch nur eine Empfehlung geben: Lesen! Und zwar avanti!

Samstag, 18. April 2026

Marc-Uwe Kling: Die Känguru-Werke

 ...und zwar alle fünf Teile, als da wären:

  1. Die Känguru-Chroniken
  2. Das Känguru-Manifest
  3. Die Känguru-Offenbarung
  4. Die Känguru-Apokryphen
  5. Die Känguru-Rebellion
Ohne zu viel von der Handlung zu spoilern, darf man hier wohl doch die Anlage des Plots erläutern, natürlich nur für die Wenigen, die noch nie etwas vom Känguru gehört oder gelesen haben:

Eines Tages klingelt an der Wohnungstüre des Autors. Draußen steht ein Känguru und will sich fehlende Zutaten für die Zubereitung von Eierkuchen ausleihen. Und zwar alle Zutaten, inklusive Pfanne und Küche. Unter diesem Vorwand betritt es die Wohnung und verläßt sie zunächst nicht mehr. Nach und nach entwickelt sich diese Situation zu einer Wohngemeinschaft. 

Was das Ganze so interessant macht ist, dass das Känguru sprechen kann. Und selten damit aufhört. Das Känguru ist ein äußerst belesener Kommunist, bewandert in Philosophie und Sozialwissenschaften. Und so entstehen absurde Dialoge, lustige Streiche und durchaus Tiefgründiges.

Warum eigentlich Hörbuch, obwohl ich die sonst nicht so gerne habe? Ganz einfach: Der Autor liest die Bücher selber vor Publikum ein. Dabei verleiht er seiner Stimme bei jeder neu auftauchenden Figur eine andere, für diese Figur charakteristische Note. Das macht die ohnehin schon lustigen Texte noch witziger.


Sehr, sehr lustig, unbedingt lesen. Oder noch besser: Hören!



































Freitag, 27. März 2026

Spektrum der Wissenschaft-Redaktion (Hrsg): Bronzezeit

Bei "Archäologie" denke ich vor Allem an Ausgrabungskampagnen: Kleine, überschaubare Areale werden mit langen Schnüren in Quadrate eingeteilt, anschließend hocken Grabungshelfer, Forscher und ihre Studenten mit feinen Pinseln herum und pinseln den Staub von Tonscherben und dokumentieren jeden Pinselstrich und jedes Artefakt. So gut, so langweilig.
Dass die Archäologie sich inzwischen modernster Techniken bedient, hatte ich vollkommen ausgeblendet: Sonar- und Röntgenuntersuchungen gehören inzwischen zu den Standardtechniken. Kohlenstoffisotopenanalyse dient längst nicht mehr ausschließlich der Altersbestimmung, sondern wird auch für päläoklimatische Forschung herangezogen. Pollenanalyse und Genomsequenzierung sind inzwischen ganz selbstverständliche Bestandteile des Werkzeugkastens einer Grabungskampagne.

Wow!

Genau das Richtige für einen alten Nerd!

Wen's interessiert: Lesen!