Freitag, 19. Juni 2026

Quichotte: Beim Lieblingsbäcker

 und zwar die ersten beiden Teile, als da wären: 

  • Auf Leben und Brot
  • Teilchen zwei
Was der Autor Jonas Klee unter seinem Pseudonym veröffentlich sind kleine aber feine Dialoge, die er so auch in seinen Comedyprogrammen zum Besten gibt. Das Schema ist immer ungefähr gleich: Ein Kunde kommt in die Bäckerei, grüßt, bestellt etwas oder stellt eine Frage und der selbst hinter dem Verkaufstresen stehende Kölner Bäckermeister gibt eine mehr oder weniger patzige, spitzfindige oder sonstwie verblüffende Antwort. Darus entspinnt sich ein Zwiegespräch, bei dem der Handwerker eine verblüffende Eloquenz, eine profunde Allgemeinbildung und geradezu exquisite Kenntnisse der Deutschen Sprache unter Beweis stellt. 

Das ist sehr komisch und eignet sich hervorragend, einem die Wartezeit in einem wegen defekter Weichen festsitzenden ICE zu versüßen.

Ein Wort noch an den Verlag: Der dritte Teil dieser Reihe ist bereits auf Papier erschienen. Als Ebook ist er jedoch noch nicht erhältlich. Das verstehe ich nicht.Es kann doch nicht so schwierig sein, aus einem fertigen Text ein Ebook zu erstellen. Wenn einer meine zweieinhalb Leser auf diese Frage eine Antwort weiß, der er/sie/es gerne einen Kommentar hinterlassen.

Und bevor ich es vergesse: Lesen! Und zwar unbedingt und sofort.

Donnerstag, 4. Juni 2026

Spektrum der Wissenschaft-Redaktion (Hrsg): Demokratie unter Druck

Ui! Das war ja mal harter Stoff!

Wenn man sich mit Populismus, Autoritarismus, den Rollen der sozialen Medien und KI-Chatbots auf wissenschaftlichem Niveau beschäftigt, werden diese nicht weniger beängstigend, sonder eher noch viel gruseliger. 

Lesen, und zwar unbedingt und sofort!

Mittwoch, 3. Juni 2026

Spektrum der Wissenschaft-Redaktion (Hrsg): Renaturierung in Europa

Vor vielen Jahren habe ich eine interessante Doku gesehen, ich glaube, es war eine BBC-Produktion, ich kann mich aber irren. Grundidee dieser Produktion: Wir denken uns alle Menschen weg und schauen, was passiert. Nach wievielen Jahren sind die Straßen überwuchert, wie lange braucht es, bis Dächer einstürzen damit sich in Gebäuden wieder Bäume ansiedeln können und so weiter. Die Autoren dieser Doku kamen zu dem Schluß, dass selbst große Städte mit Hochhäusern innerhalb weniger Jahrzehnte spurlos verschwinden würden, wenn sich nicht mehr von Menschen instandgehalten und gewartet würden. Meine eigenen Erfahrungen bestätigten diese Vorstellung: Ich habe am Unterlauf des Flüsschens Ahr meine Kindheit verbracht. Die letzten zwei Kilometer dieses Flüsschens hatte man zum Naturschutzgebiet erklärt. Man munkelte, dass so der Bau eines Atomkraftwerks verhindert werden sollte, dass dann tatsächlich woanders gebaut wurde. Wegen des Status als Naturschutzgebiet durfte die massive Uferbefestigung der Ahr nicht mehr gewartet werden, und innerhalb weniger Hochwasserereignisse geschah Erstaunliches: Der Fluss holte sich seine Umgebung zurück. Stück für Stück schwemmte die Ahr ihr menschengemachtes, enges Basaltkorsett fort und begann wieder, Mäander und Schleifen zu bilden. 

Was Renaturierung angeht gehörte ich deshalb eigentlich immer zur "Hosentaschen-Fraktion": Hände in die Hosentaschen und die Natur einfach machen lassen - die bekommt das alleine am besten hin.

Nach der Lektüre dieses Buches muss ich diese naive Vorstellung wohl ad Acta legen. Ganz so einfach scheint es nicht zu sein. Sei es, dass sich inzwischen Neophyten breit gemacht haben, die man ohne menschliche Unterstützung bei einer Renaturierungsmaßnahme nicht mehr los wird, oder sei es weil inzwischen viele Gruppen von Bürgern berechtigte Ansprüche und Interessen an den zu renaturierenden Flächen anmelden. Die Menschheit ist inzwischen auf über acht Milliarden angewachsen, da kann man nicht beliebig viel Land ungeplant wieder der Natur überlassen.

Für mich als Biologen ist das hochinteressant zu lesen und ich empfehle es uneingeschränkt.