Dabei gliedert sie ihr Buch in vier Teile:
- In "Der Aufstieg des Kapitals" bringt sie dem Leser zunächst die Basics bei: Wie funktioniert der Kapitalismus als System und wie ist er entstanden? Welche Rolle spielen fossile Energien dabei und warum müssen kapitalistische Systeme ständig wachsen? Falls sie sich schon immer gefragt haben sollten, wann der Staat denn endlich einmal etwas gegen gegen die Inflation unternimmt, dann finden sie hier die verblüffende Antwort: Er kann es nicht, denn ohne Inflation kann dieses System überhaupt nicht funktionieren. Frau Herrmann erklärt das natürlich fundierter und genauer als ich. Schließlich weist sie nach, dass dieses permanente Wachstum in einer begrenzten Welt mit begrenzten Ressourcen irgendwann im Untergang dieses Systems enden MUSS!
- Im zweiten Teil "Grünes Wachstum gibt es nicht" erläutert sie, warum dieses Wachstum nicht umweltverträglich möglich sein kann. Wind- und Solarenergie haben nicht das Potential, alle fossilen Energieträger zu ersetzen und auch Kernkraft ist schon rein rechnerisch keine Option. Und hier geht es nicht um Meinungen, sondern um Fakten. Akribisch untermauert sie ihre Behauptungen mit Zahlen und wissenschaftlich fundierten Argumenten.
- In "Das Ende des Kapitalismus" macht sie schließlich einen Vorschlag zur Lösung dieses Dilemmas. Sie lehnt sich dabei an ein Modell an, welches man mit "staatlich gelenkte, private Planwirtschaft" vielleicht ganz gut beschreiben könnte. Das Vereinigte Königreich hat mit diesem Modell im zweiten Weltkrieg die Ressourcen in der Wirtschaft frei geschaufelt, die für die Produktion von Rüstungsgütern notwendig waren, ohne dass die Bevölkerung in Not geriet. Frau Herrmann schlägt nun ein ähnliches Modell für einen anderen Kampf vor, nämlich für den Kampf gegen den Klimawandel und den ökologischen und ökonomischen Zusammenbruch, den der Club of Rome schon in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts prognostiziert hat.
- Der vierte Teil des Buches ist ein umfangreiches Quellenverzeichnis, das wissenschaftlichen Ansprüchen genügt. Wer mich kennt weiß, dass ich auf Bücher mit Fußnoten und umfangreichen Quellenangaben stehe! Warum ist das so wichtig? Ganz einfach: Die Autorin unterstreicht hier erneut ihren Anspruch, dass es ihr nicht um das Verbreiten einer aus einem Bauchgefühl heraus entstandenen Larifari-Meinung geht, sondern um Fakten, knallharte Analysen und logische Schlussfolgerungen.
Vielleicht sind noch andere Lösungswege als der hier vorgeschlagene möglich, aber die Analyse (Teile eins und zwei) ist für mich unumstößlich und präzise. Wenn wir das Ruder nicht herumwerfen, werden wir untergehen.
Lesen! Alle!


