Freitag, 27. März 2026

Spektrum der Wissenschaft-Redaktion (Hrsg): Bronzezeit

Bei "Archäologie" denke ich vor Allem an Ausgrabungskampagnen: Kleine, überschaubare Areale werden mit langen Schnüren in Quadrate eingeteilt, anschließend hocken Grabungshelfer, Forscher und ihre Studenten mit feinen Pinseln herum und pinseln den Staub von Tonscherben und dokumentieren jeden Pinselstrich und jedes Artefakt. So gut, so langweilig.
Dass die Archäologie sich inzwischen modernster Techniken bedient, hatte ich vollkommen ausgeblendet: Sonar- und Röntgenuntersuchungen gehören inzwischen zu den Standardtechniken. Kohlenstoffisotopenanalyse dient längst nicht mehr ausschließlich der Altersbestimmung, sondern wird auch für päläoklimatische Forschung herangezogen. Pollenanalyse und Genomsequenzierung sind inzwischen ganz selbstverständliche Bestandteile des Werkzeugkastens einer Grabungskampagne.

Wow!

Genau das Richtige für einen alten Nerd!

Wen's interessiert: Lesen!
 

Donnerstag, 19. März 2026

Marc-Uwe Kling, Astrid Henn: Der Tag, an dem Tiffany das Wasser aus der Badewanne geschaukelt hat

Wie von Marc-Uwe Kling nicht anders zu erwarten bleibt es nicht bei dem kleinen Malheur, welches die achtjährige Tiffany verursacht hat. Wie der Autor die Situation geradezu absurd eskalieren lässt, sollten Sie dann aber selber nachlesen, denn davon verrate ich bei einer Kurzgeschichte nichts. Auch dieses Buch wird von Astrid Henn liebevoll illustriert.

Lesen, und zwar unbedingt und sofort!

Dienstag, 17. März 2026

Marc-Uwe Kling, Astrid Henn: Der Tag, an dem der Opa den Wasserkocher auf den Herd gestellt hat

Diese Kurzgeschichte ist allein durch den Titel bereits auserzählt. Dachte ich. Und dann kam es doch ganz anders. Und es sind alle Helden aus dem Tiffany-Universum da: Ihre Geschwister Max und Luisa, der Pizzajunge, Mama, Papa und die Oma. Und natürlich Opa, ohne den dieses Abenteuer nicht stattgefunden hätte, das versteht sich wohl von selbst. 

Astrid Henn illustriert die Geschichte geradezu bezaubernd, und ich empfehle deshalb dringen, dieses Buch nicht auf einem Ebook-Reader mit schwarzweiß-Bildschirm zu lesen, sondern auf Papier oder einem Lesegerät mit Farbbildschirm. Lustig ist es aber auch in schwarzweiß.

Lesen!

Mittwoch, 11. März 2026

Marc-Uwe Kling, Astrid Henn: Der Tag, an dem die Oma das Internet kaputt gemacht hat

Einerseits ist das Internet ja eine feine Sache: Es hilft einem, sich im Staßenverkehr zurechtzufinden, bringt dem Pizzajungen Aufträge, man kann mit abwesenden Freunden chatten und gemeinsam Spiele spielen. Es bringt uns Musik ins Haus und interessante Dokus. Über Fische. Da ist wirklich für jeden etwas im Angebot. Leider führt das in vielen Familien dazu, dass jeder mehr oder weniger einsam vor sich hinprüttelt, jeder sich nur mit seinem Engerät daddelt und niemand mehr mit Anderen redet oder spielt. Also so in echt.

Was wäre, wenn man das Netz abschalten könnte?

Marc-Uwe Kling spielt das in seiner amüsanten Kurzgeschichte durch und Astrid Henn illustriert es. Das Ergebnis ist überraschend lecker und unerwartet rührend. 

Lesen, und zwar unbedingt und sofort.


Montag, 9. März 2026

Marc-Uwe Kling, Astrid Henn: Das Neinhorn

Auch dieses Büchlein von Marc-Uwe Kling (Text) und Astrid Henn (Bilder) steckt voller absurder Abenteuer und irrer Ideen. Ich werde den Teufel tun, und die Handlung spoilern. Nur so viel: Es geht um die Freundschaft eines NEINhorns mit einem WASbär, einem NAhUND und einer KönigsDOCHter. Der auf dem  Innencover angekündigte sprudelig schäumende Seifenblasensee, zahlreiche zauberhafte Zypressen und der hübsche Herzwald kommen nicht, oder nur am Rande vor. Eigentlich schade, denn die hätte ich gerne kennen gelernt. Aber man kann ja nicht alles haben. Es ist trotzdem ein ganz bezauberndes Buch!

Lesen, besser noch: vorlesen! Und zwar einem Kind oder einem jung gebliebenen Erwachsenen.

Man sollte überhaupt wieder mehr vorlesen!

Samstag, 7. März 2026

Marc-Uwe Kling, Astrid Henn: Der Tag, an dem Max dreimal ins Auto gekotzt hat

Wie immer bei Comics oder Kurzgeschichten verrate ich wenig bis nicht über die Handlung. Im Prinzip geht es darum, Handlungsschemata von Erwachsenen oder Jugendlichen aus der Perspektive der achtjährigen Tffany zu beobachten und zu interpretieren. Marc-Uwe Kling macht das ganz hervorragend. Und dass sich hier der Handlungsstrang zu immer absurderen Höhen hochschaukelt, trägt seinen Teil dazu bei, dass dieses kleine Büchlein letzten Endes zum Brüllen komisch ist. Mein Tipp: In der Öffentlichkeit entweder nicht lesen oder laut vorlesen.

Großartig. Ich will mehr davon!  

Freitag, 6. März 2026

Marc-Uwe Kling, Astrid Henn: Der Tag, an dem Papa ein heikles Gespräch führen wollte

Sehr netter Happen zwischendurch, aber zu kurz, um die Handlung anzureißen. Man knabbert die Geschichte schneller weg als einen Asterix-Comic, deshalb wird hier nichts gespoilert.

Der Schöpfer des Kängurus hat ein untrügliches Gespür für peinlich-komische Situationen und Kindermundwahrheiten. Die Zeichnungen von Astrid Henn machen es schwer, keine Bilder im Kopf zu haben. Eine sehr lustige Mischung, ich musste im Café laut losprusten!

Einzig die Stimme des Beuteltiers stört etwas, aber vielleicht liest die ja auch nur in meinem Kopf den Text vor.

Lesen, und zwar unbedingt und sofort!

Donnerstag, 5. März 2026

Spektrum der Wissenschaft-Redaktion (Hrsg): Neolithikum

Zeitalter der Siedler und Bauern

Im Rahmen meines Geographiestudiums, insbesondere in einem Vorbereitungsseminar für eine große Exkursion in die Levante, habe ich mich intensiv mit der Jungsteinzeit beschäftigt. Ich fand, und finde es noch heute, einfach interessant, wie unsere Vorfahren den Ackerbau und die Viehzucht erfanden und die ersten dauerhaften Siedlungen gründeten. 

Seit meiner Exkursion nach Syrien und Jordanien hat sich viel getan in der Wissenschaft, neue Methoden brachten neue Erkenntnisse. Es war also Zeit für ein Update. Und das bietet mir die Spektrum-Redaktion. Verständlich erklärt, anschaulich illustriert und auf hohem wissenschaftlichem Niveau. 

Spannend!

Wen's interessiert: Lesen!

Montag, 2. März 2026

Spektrum der Wissenschaft-Redaktion (Hrsg): RNA im Fokus

Mit dem Abschluss des Human-Genome-Project im Jahr 2003 dachte man zunächst, man habe jetzt so viel über unser Erbgut gelernt, dass es wohl nur noch eine Frage der Zeit sei, bis Ärzte und Krankenversicherungen genetische Risikofaktoren mit Schnelltests aufspüren oder Wissenschaftler diese ausschalten können. Dumm nur, dass sich rasch herausstellte, dass lediglich ein bis zwei Prozent unserer DNA (proteincodierende) Gene im klassischen Sinn darstellen. Den Rest bezeichnete man als Junk-DNA und maß ihr keinerlei Funktion bei. Dumm nur, dass man immer wieder beobachten konnte, dass auch Junk-DNA in RNA transkribiert wird. 

Inzwischen weiß man, dass diese RNA vielfältige und komplexe regulierende Funktionen erfüllt, dass sie ein gewaltiges Potential für die Verwendung als Impfstoffe hat, man hat RNA-Fragmente mit enzymatischen Funktionen entdeckt und man hat replizierende RNA-Fragmente gefunden, die als hochinfektiöse Krankheitserreger ihr Unwesen treiben. Kurz: RNA ist der neue heiße Scheiß in der Genetik.

Spektrum: Wie immer Wissen auf dem neuesten Stand, verständlich geschrieben und anschaulich illustriert!

Lesen, und zwar unbedingt und sofort.

Für den Fall, dass es da draußen Menschen gibt die diesen Blog lesen, noch ein Wort in eigener Sache:

Seit meinem Eintritt in den Ruhestand habe ich endlich Zeit, die Tageszeitung zu lesen (und nicht nur zu überfliegen) und Fernsehserien und Spielfilme ausführlich in meinem kleinen Küchenkino zu genießen. Ich habe Podcasts für mich entdeckt und meine alte Schallplattensammlung entstaubt und um einige Neuanschaffungen ergänzt. Auch das "Katapult-Magazin", sein spin off "KatapultUkraine" und "Spektrum der Wissenschaft" lese ich jetzt wieder ganz (und nicht nur quer um Material für Abiturklausuren zu finden).

Deshalb habe ich mich in der letzten Zeit hier etwas rar gemacht, aber ich gelobe Besserung: Mindestens fünf Bücher habe ich z. Zt. in der "sofort lesen"-Pipeline, der Bücherschrank mit noch ungelesenen Werken platzt aus allen Nähten. Es bleibt also spannend (oder wird es zumindest wieder).