Donnerstag, 14. September 2017

Cixin Liu: Die drei Sonnen

Die Astrophysikerin Ye Wenjie landet während der Kulturrevolution in der chinesischen Provinz. Eine geheime Militärbasis wird für Jahrzehnte ihr Zuhause sein. Was dort mit einer riesigen Radioantenne erforscht wird, kommt einer Sensation gleich und verändert das Leben auf der Erde für immer.

Cixin Liu erfindet Science Fiction auf einem neuen Level. Ich bin geradezu erschüttert. Will mehr von diesem Stoff!

Ein großartiges Buch! Lesen! Und zwar unbedingt und sofort!

Einen herzlichen Dank möchte ich an dieser Stelle noch an meinen geschätzten Freund Benno loswerden. Er hat mir das Buch nicht nur empfohlen, sondern auch noch als Überraschungsgeschenk völlig unverhofft in meinem Lieblingscafé auf den Frühstückstisch gelegt. Einfach so.

Freitag, 25. August 2017

Heinz-Werner Kubitza: Der Dogmenwahn

Scheinprobleme der Theologie - Holzwege einer angemaßten Wissenschaft

Herr Kubitza kann sich als studierter und promovierter Theologe ein Urteil erlauben. Er sagt es unumwunden und unverblümt, belegt es mit vielen Beispielen: Theologie ist in weiten Teilen keine Wissenschaft. Und da wo sie es ist - in den Bereichen, wo sie mit Mitteln der historischen Forschung arbeiten, entzieht sie sich selbst mit schöner Regelmäßigkeit das Objekt ihrer Forschung.

Eines der besten Sachbücher, das ich jemals gelesen habe.

Lesen, und zwar unbedingt und sofort!

Freitag, 28. Juli 2017

Heinz-Werner Kubitza: Der Jesuswahn

Wie die Christen sich ihren Gott erschufen

Die Entzauberung einer Weltreligion durch die wissenschaftliche Forschung

Wissenschaftliche Forschung im Zusammenhang mit Religion? Glauben auf dem Prüfstand wissenschaftlicher Methodik? Das geht natürlich nicht. Glaube ist Glaube, und Wissenschaft ist Wissenschaft. Aber historische Dokumente und Erzählungen lassen sich durchaus auf ihren Wahrheitsgehalt abklopfen. Historiker machen das ständig. Sie vergleichen Texte unterschiedlicher Autoren und versuchen herauszufinden, wer von wem abgeschrieben und wer etwas ergänzt hat, was im ursprünglichen Text nicht zu finden war. Und nach und nach legen sie so den vermutlich wahren Kern einer Erzählung frei. Auch Theologen, welche die Kirchengeschichte und das alte und neue Testament erforschen, arbeiten so. Dabei stellte sich heraus, dass es mit hoher Wahrscheinlichkeit tatsächlich eine historisch belegbare Person namens Jesus gegeben hat. Über dessen Kindheit und Jugend weiß man nichts, aber von seinem Wirken als Wanderprediger ist durchaus einiges bekannt: als Schüler des Predigers, der als Johannes der Täufer bekannt wurde, trat der lebensfrohe und gegenüber Frauen sehr tolerante junge Rabbi für eine gemäßigte Interpretation des jüdischen Glaubens ein. Er predigte in Galiläa und wurde nach einem kurzen Intermezzo in Jerusalem hingerichtet. Was er mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht wollte war, als Gottessohn oder gar als Gott angebetet zu werden. Auch der Missionierungauftrag für die Völker der Welt wurde erst später hinzuerfunden. Seine Worte richteten sich ursprünglich nur an Juden.

Man könnte das Buch von Herrn Kubitza so zusammenfassen: Das neue Testament ist ein von den (heidenchristlichen) Jüngern der zweiten und dritten Generation um einen winzigen historischen Kern herum weitgehend frei erfundenes Buch. Es enthält Rechtfertigungen für Krieg und die Vernichtung und Unterwerfung ganzer Völker, grauenvolle Folterandrohungen für alle, die nicht rechten Glaubens sind und ist genau besehen ein äußerst verstörendes Werk.

Herr Kubitza, selbst studierter und promovierter Theologe, argumentiert sozusagen von innen heraus. Er tut dies klug und voller Sachkunde, bleibt stets verständlich und logisch und würzt immer wieder auch mit Humor.

Ein wichtiges Buch. Lesen, und zwar unbedingt und sofort.