Samstag, 26. Dezember 2015

Arno Strobel: Das Skript

Ein Serienmörder entführt junge Frauen, schneidet ihnen bei lebendigem Leib die Haut vom Leib und schreibt darauf ein Buch, welches er dann Kapitel für Kapitel an die Presse verschickt. Stephan Erdmann und seine zunächst etwas mürrisch und überkorrekt wirkende neue Vorgesetzte Andrea Matthisen ermitteln in diesem gruseligen Fall. Als schließlich auch die Tochter eines einflussreichen Zeitungsverlegers verschwindet, entsteht zusätzlicher Druck auf die beiden Ermittler.

Extrem spannend bis zur letzten Seite ist dieser Roman von Herrn Strobel. Einzig die Bilder, die er mir in den Kopf pflanzt, beängstigen mich doch etwas. Nicht unbedingt eine Gute-Nacht-Lektüre.

Lesen, und zwar sofort!

Sonntag, 20. Dezember 2015

Marc-Oliver Bischoff: Golanhöhen

Die Wohnblocks am Ben-Gurion-Ring in Frankfurt genießen einen recht zweifelhaften Ruf: Soziale Underdogs stellen hier die Mehrheit, Kriminalität, Gewalt und auch Selbstmord sind an der Tagesordnung. So ist zunächst niemand erstaunt, als die vom Dach des Hochhauses gestürzte ehemalige Prostituierte gefunden wird. Gideon Richter übernimmt den Fall. Doch der erste Eindruck eines Suizides bestätigt sich nicht. Das Opfer war bereits tot, als es vom Dach des Hauses fiel. Schnell wird klar, dass dieser Fall möglicherweise mit einem anderen Fall zusammen hängt. Doch Gideon, zur Zeit wegen seines Neugeborenen Sohnes unter chronischem Schlafentzug leidend, macht Fehler, die den Ermittlungserfolg gefährden. Bald bekommt er mit seinem Vorgesetzten Ärger.

Wider ein spannendes und sehr realitätsnahes Buch aus der Feder des Herrn Bischoff. Immer wieder interessant, dass die drei Protagonisten seiner drei Romane nie ganz verschwinden, sondern in Nebenrollen wieder auftauchen. So kann man ganz nebenbei studieren, wie sich die Charaktere weiter entwickeln, auch wenn eine andere Figur in den Fokus gerückt wird.

Lesen, und zwar unbedingt und sofort.

Sonntag, 29. November 2015

Marc-Oliver Bischoff: Die Voliere

Adam Lefeber, Studienreferandar für das Fach Bildende Kunst am Rose-Schlösinger-Gymnasium in Frankfurt, bekommt ungewöhnlichen Besuch. Ein riesiges Polizeiaufgebot überwacht und durchsucht seine Wohnung und seinen Arbeitsplatz, denn Adam Lefeber hat ein überaus ungewöhnliches Hobby: Im Keller seines Hauses hat er zwei Schüler aus einer seiner Kunstklassen auf bestialische Weise zu Tode gequält. Dafür wird er verhaftet und verurteilt. Da „lebenslänglich“ in Deutschland aber eben genau das nicht ist, was der Name vermuten läßt, wird nachträglich noch Sicherheitsverwahrung auf unbestimmte Zeit angeordnet. Viele Jahre später, Lefeber hat sein Lebenslänglich längst hinter sich, gelangt der europäische Gerichtshof zu der Meinung, dass solche nachträglich angeordnete Sicherheitsverwahrung gegen die Menschenrechte verstößt und ordnet deshalb an, in solchen Fällen die Sicherheitsverwahrung aufzuheben. In ganz Deutschland kommen innerhalb kurzer Zeit viele Schwer- und Schwerstverbrecher auf freien Fuß, die Öffentlichkeit steht Kopf und die Polizeiorgane sehen sich mit der prophylaktischen Überwachung der Leute überfordert. Nora Winter soll in ihrer Eigenschaft als Polizeipsychologin ein Gutachten erstellen, dass dreien dieser Personen die Entlassungsfähigkeit bescheinigt. Sie werden in einem leer stehenden Haus nahe eines kleinen Dorfes weit ab von der Großstadt Frankfurt einquartiert. Nora will ihnen helfen, sich in der Wirklichkeit wieder zurecht zu finden. Doch die Situation gerät außer Kontrolle.

Ein hochspannender Roman, hervorragend recherchiert und sprachlich weit über dem Durchschnitt. Sehr zu empfehlen. Lesen, und zwar unbedingt und sofort!