Sergant Riley hatte großes Glück. Vor 20 Jahren überlebte er das Grauen des D-Day bei der Landung der aliierten Truppen in der Normandie. Seit nunmehr zwanzig Jahren erfüllt er die wichtige und ehrenvolle Aufgabe, den Friedhof und das Ehrenmal für die Gefallenen und Vermissten dieses Tages zu pflegen und zu bewachen. Inzwischen ist er mit einer bildhübschen und viel zu jungen Französin verheiratet. Es geht ihm gut, kein Grund zur Klage.
Das Unglück nimmt seinen Lauf, als einer seiner französischen Gärtner stirbt. Dieser nimmt gleich mehrere Geheimnisse mit in sein Grab, und diese enthüllen sich jetzt nach und nach. Es geht um den Inhalt der Gräber auf dem Heldenfriedhof.
In diesem brillanten Roman aus dem Jahr 1964 geht es auch um ein Stück Vergangenheitsbewältigung. Was geschah wirklich bei der Landung in der Normandie? Wer hat die meisten amerikanischen Soldaten auf dem Gewissen? Wie hoch waren die Kollateralschäden? Wie wurden die Amerikaner von der befreiten französischen Bevölkerung gesehen?
Dass dabei, ganz nebenbei, auch noch die Geschichte eines moralisch nur schwer einzuordnenden Mordes erzählt wird, macht das Buch nur um so spannender.
Ein tolles Buch! Lesen!
Montag, 22. Juli 2013
Montag, 15. Juli 2013
Terry Pratchett: Steife Prise
Samuel Mumm, verdienter und geachteter Kommandeur der Stadtwache von Ank-Morpork und seit seine Eheschließung mit Lady Sybil geradezu märchenhaft reich, fährt mit seiner Frau und seinem kleinen Sohn in den Urlaub auf's Land. Lady Sybil führt ihn ins gesellschaftliche Leben des Landadels ein, es gibt Tee, frische Luft und himmlische Ruhe. Die Höchststrafe für den bekennenden Workaholic! Doch den Göttern sei dank findet sich recht bald ein ausgewachsener Kriminalfall, in den er seine Nase stecken kann. Es geht um den grausigen Mord an einem Goblin, massenhafte Entführungen, Versklavung und Drogenschmuggel. Dabei bildet er gleich noch den tumben Dorfpolizisten zu einem respektablen Wachtmeister aus. Das sind Ferien nach Sams Geschmack!
Kommandeur Mumm ist so etwas wie der John McClane des Scheibenwelt-Paralleluniversums. Aufgewachsen auf der Straße, ist er ein knallharter Kämpfer gegen das Verbrechen und doch verständnisvoll, wenn es um kleine Gaunereien geht. Wo er auftaucht, geht es dem Verbrechern an den Kragen, und zwar äußerst handfest.
Ein schönes, lustiges und spannendes Buch aus der Feder des Meisters.
Unbedingt lesen!
Kommandeur Mumm ist so etwas wie der John McClane des Scheibenwelt-Paralleluniversums. Aufgewachsen auf der Straße, ist er ein knallharter Kämpfer gegen das Verbrechen und doch verständnisvoll, wenn es um kleine Gaunereien geht. Wo er auftaucht, geht es dem Verbrechern an den Kragen, und zwar äußerst handfest.
Ein schönes, lustiges und spannendes Buch aus der Feder des Meisters.
Unbedingt lesen!
Sonntag, 30. Juni 2013
Timur Vermes: Er ist wieder da
ER ist zunächst verwirrt ob all der ungewohnt erscheinenden Dinge, die er beobachtet, doch der Leser merkt schnell: ER hat eine hervorragend ausgeprägte Beobachtungsgabe und findet sich gut zurecht im modernen Berlin. Ein Kioskbesitzer leistet Starthilfe, weil er ihn für einen genialen Comedian hält und vermittelt Kontakte zum Fernsehen. ER nutzt das Medium, als habe er es selbst erfunden - was der historischen Wirklichkeit ja durchaus nahe kommt. Und so gewinnt ER bei seiner rasch entstehenden Fangemeinde Einfluss.
Timur Vermes liefert ein brillantes Gedankenexperiment ab! Lacht man am Anfang des Buches noch ÜBER den großen Diktator, so ist man nach und nach von seiner raschen Auffassungsgabe und enormen Anpassungsfähigkeit fasziniert. Irgendwann lacht man nicht mehr ÜBER ihn, sondern MIT ihm. Spätestens da wurde mit klar, dass dies ein wichtiges und gutes Buch ist. Und das sollte man lesen, nicht sich vorlesen lassen. Und das alles sofort!
Daumen hoch und fünf Sterne!
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