Dienstag, 11. Dezember 2012

Carsten Sebastian Henn: Gran Reserva

Max ist ein anerkannter Modefotograf. Er lebt in einer exquisiten Kölner Wohnung und hat stets die Reichen und Schönen vor der Linse. Doch eines Tages lässt er das alles hinter sich. Er schleicht sich aus seinem Leben, verlässt sogar seine Freundin und verschwindet buchstäblich nach Spanien. In La Rioja, der Landschaft wo seine Lieblingsweine herkommen, schlüpft er bei einem alten Freund unter und will dort zu sich selbst finden. Und er findet einiges. Zunächst die bezaubernde Christina, in die er sich augenblicklich verliebt. Wenig später findet er eine Leiche. Als er die Polizei verständigen will, weiß Christina dies zu verhindern. Bald steckt er knietief in einem Kriminalfall. Es geht um kostspieligen Wein, um Frauen, um jede Menge Katzen und anderes Getier und sogar der König von Spanien spielt eine wichtige Rolle.

Mit seinen kulinarischen Krimis um den Spitzenkoch Julius Eichendorff hat Carsten Henn von nicht allzu langer Zeit mein Herz im Sturm erobert. Mit seiner neuen Serie über den kauzigen Professor Bietigheim spricht er zusätzlich noch kindliche Teile meines Gemüts an. Mit diesem Roman hat er mich erneut begeistert!
Ein spannender Detektivroman mit vielen Hinweisen zum Mitraten. Die Geschichte spielt in einem interessanten Ambiente, und die Protagonisten sind Charaktere mit Ecken und Kanten. Für mich sein bisher bestes Buch. Davon bitte mehr, Herr Henn!

Unbedingt lesen, und zwar sofort!

Freitag, 30. November 2012

Peter Wohlleben: Naturschutz ohne Natur

Der Naturschutz in Deutschland verdient nicht diesen Namen. Wer sich ernsthaft mit den ökologischen, evolutionären und auch mit den juristischen Implikationen des Themas auseinandersetzt, wird bald zu einer frustrierenden Erkenntnis kommen: Der so genannte Naturschutz in Deutschland dient allen möglichen Interessen, nur nicht der Natur. Er spielt der Agrarlobby in die Hände, den Jagd- und Fischereiverbänden sowie der Tourismusindustrie. Die Interessen der Natur werden dabei in geradezu zynischer Weise der Verkehrspolitik geopfert, wirtschaftlichen Abwägungen untergeordnet und auf dem Altar der Dummheit geschlachtet.

Peter Wohlleben kennt sich aus mit ökologischen Zusammenhängen. Auch im Naturschutzrecht ist er bewandert und kann einiges erzählen zum Thema Bewirtschaftung von Wäldern, denn er ist gelernter Förster und leidenschaftlicher Naturschützer. Trotz, oder vielleicht wegen seines souveränen Fachwissens bedient er sich einer auch für Laien verständlichen Sprache, argumentiert messerscharf und logisch.

Dem kann ich nichts hinzufügen. Vielen Dank für diese klaren Worte.

Unbedingt lesen, und zwar sofort!

Sonntag, 25. November 2012

Carsten Sebastian Henn: Die letzte Reifung


Professor Dr. Dr. Adalbert Bietigheim macht Urlaub. Zusammen mit seinem Foxterrier Benno von Saber erkundet er kulinarische Höhepunkte im schönen Burgund. Und weil er sich dabei viel Zeit lassen möchte, benutzt er natürlich das Fahrrad. Seine erstes Ziel ist die legendäre Käserei von Madame Poincaré. Die alte Dame stellt hier seit Jahrzehnten ihren berühmten Vacherin d'Epoigey her, und er möchte sie unbedingt persönlich kennen lernen. Als er endlich bei ihr ankommt findet er die Käserin tot vor, eines ihrer eigenen Käsemesser steckt in ihrem Rücken. Das sieht nicht nach Unfall oder Selbstmord aus. Trotzdem versucht der Bürgermeister der kleinen Gemeinde, den Fall zu vertuschen. Ein großes Käsefest steht vor der Tür, und er möchte die Touristen nicht verschrecken. Also ruft Bietigheim seinen Freund Pit zu Hilfe, und beginnt auf eigene Faust mit Ermittlungen. Das wird recht bald auch für ihn gefährlich.

In diesem ersten Teil der Reihe um den seltsamen Kulinaristik-Dozenten lernt man gleich mehrere neue Figuren im Krimi-Universum der Herrn Henn kennen und augenblicklich schätzen. Sie erinnerten mich an geliebte Charaktere des belgischen Comiczeichners Hergé. Die detektivischen Untersuchungen des Professors könnten wiederum aus der Feder von Agatha Christie höchstselbst stammen. Ein rundum gelungener Lesespaß, den ich uneingeschränkt empfehlen kann. Ich möchte aber vorschlagen, die Reihenfolge der Bücher einzuhalten. Ich selbst habe es nicht getan, und mich damit möglicherweise um den einen oder anderen Lacher gebracht. Aber glauben Sie mir: Es waren noch genug davon übrig.

Lesen, und zwar sofort!