Sonntag, 13. Januar 2013

Stephan Serin: Föhn mich nicht zu

Aus den Niederungen deutscher Klassenzimmer

"Um permanentes Chaos im Klassenraum zu vermeiden, muss den Schülern von der ersten Minute an klar sein, wer im Unterricht der Boss ist. In meiner siebten Klasse war das Murat. Aber danach kam gleich ich, denn ich war mit Murat befreundet."

Stephan Serin schildert in seinem 39 kleine Kapitel umfassenden Buch das Leben und Kämpfen eines Junglehrers in einem berliner Gymnasium. Kichert man zu Beginn noch herzlich und leicht schadenfroh beim Lesen in sich hinein, so bleibt einem doch irgendwann das Lachen im Hals stecken. "Das kann doch nicht wahr sein!" denkt man sich "Der übertreibt doch schamlos!".

Aber da ich die Erzählungen einer Kollegin aus einer nahe gelegenen Großstadt kenne, scheint mir allenfalls die Zusammenballung auf 255 Seiten eine Verdichtung im Sinne einer Übertreibung darzustellen. Ich bin davon überzeugt, dass sich jede einzelne Episode etwa so abgespielt hat. Herr Serin hat vielleicht hier und da noch etwas ausgeschmückt, aber ansonsten entspricht dieses Buch dem Stand der Dinge in Großstadtschulen in Deutschland. Zumindest in einigen. Wer immer noch glaubt, Lehrer sei ein einfacher Beruf, der möge dieses unterhaltsame Werk lesen.
Und wieder einmal bin ich froh und dankbar, dass ich auf dem Land lebe und arbeite.

Lesen!

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