Sonntag, 11. Juli 2010

Jaques Berndorf: Der Kurier

Ein junger, aufstrebender Diplomat verschwindet in Berlin. Mit ihm verschwinden zehn Millionen Dollar und ein halber Zentner reines Kokain.
Der Journalist Jobst Grau durchlebt gerade eine private Krise, so ist er froh, bei der Suche nach dem Kurier für eine Weile seinem Alltag zu entfliehen. Schnell taucht er ein in einen Sumpf von gegenseitigen Abhängigkeiten, Bestechung und Bestechlichkeit, Gewalt und Bandenkriegen.

Der vielen Eifelkrimis des Herrn Berndorf war ich eines Tages überdrüssig geworden. So gerne ich sie auch gelesen hatte (und zwar alle), so sehr nervten mich irgendwann die relativ durchschaubaren Handlungsmuster und die Protagonisten, die mir schließlich so vertraut schienen, dass ich ihre Handlungen vorhersagen konnte. Als ich irgendwann eine Seite im Voraus wusste, dass Baumeister jetzt wieder seine obligatorische Abreibung bekommt, war ich froh zu sehen, dass Berndorf auch noch andere Krimis schreibt. Mit "Die Raffkes" und zwei Agentenkrimis der Extraklasse hat er bewiesen, dass er auch noch andere Charaktere erfinden kann als Siggi Baumeister und seine Freunde aus der Eifel und dass er sich erzählerisch in der Großstadt ebenso sicher bewegen kann, wie auf dem Land.

So kam mir diese Neuauflage eines 1996 noch unter dem Autorennamen Michael Preute veröffentlichten Romans gerade recht. Um es nach langer Vorrede kurz zu machen: Ein spannender und vielschichtiger Roman, den ich in wenigen Tagen verschlungen habe. Hier schreibt ein absoluter Profi! Wer Spaß an actiongeladenen Krimis mit immer neuen, überraschenden Wendungen hat, der sollte dieses Buch unbedingt lesen.

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