Montag, 7. Dezember 2009

Terry Pratchett: Eine Insel

In der Regel schließe ich mich der Meinung meines Bücherdealers vorbehaltlos und vertrauensvoll an, aber bei diesem Buch musste ich ihm erst einmal widersprechen. Ein Roman, dessen Handlung mit einer Naturkatastrophe und hunderten von Leichen beginnt, entspricht definitiv nicht meiner Vorstellung von einem Kinderbuch. Allenfalls für ältere Jugendliche schien es mir nach den ersten Kapiteln geeignet. Doch der Reihe nach:

Als der junge Mau nach einem Initiationsritus über das Meer auf seine Heimatinsel im südlichen Pelagischen Ozean zurückkehrt, findet er seine Nation nicht mehr vor - sie wurde zusammen mit allen Menschen durch einen Tsunami ausgelöscht. Allein ist er trotzdem nicht. Auf der Insel ist ein Segelschiff gestrandet. An Bord befindet sich Daphne, die Tochter des britischen Thronerben. Auch sie hat die Katastrophe nur um ein Haar überlebt, mit ihr kam noch ein überaus ordinär fluchender Papagei auf die Insel, der Rest der Mannschaft ist nicht mehr.

Die beiden Jugendlichen beginnen, zusammen mit weiteren, nach und nach strandenden Überlebenden, die Nation neu aufzubauen. Dabei lernen sie viel voneinander und machen gemeinsam ganz erstaunliche Entdeckungen.

Terry Pratchett, dem Erfinder des magischen Scheibenwelt-Paralleluniversums, gelingt es in diesem Buch, den Leser ganz ohne Magie zu bezaubern. Er verknüpft seine Fähigkeit, Menschen genau und liebevoll zu analysieren mit seinem bizarren Humor und seinen fast schon schrulligen Einfällen für die Handlung. Die Protagonisten gewinnt man schon während der ersten Kapitel lieb (Ja! Sogar den Papagei!), und als schließlich das Happy End abzusehen ist, muss man sich schon eine Träne im Knopfloch verkneifen, weil's halt ein so schönes Buch ist und auch so schade, dass es schon vorbei ist. Nun... Vielleicht ist dieses Buch doch für Kinder geeignet. Zumindest für große Kinder.

Lesen!

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