Freitag, 5. Juni 2020

Matthias Egersdörfer: Vorstadtprinz

Roman meiner Kindheit

Umschlagtext:
"Ich war jetzt ein kleines bisschen. Viel weniger als eine Löffelspitze Joghurt. Aber doch schon da, ich wuchs und wuchs heran, und alles war wunderbar. Ich schwappte in angenehm warmer Brühe einfach umher. Ab und zu gluckerte etwas, oder ein tiefer Bass ließ mich wohlig von oben bis unten vibrieren. Wenn mich etwas störte, weil es zu arg schwappte oder ein Sound mir missfiel, trat oder boxte ich einfach mit Schmackes ein paar Mal gegen die Wand. Sofort selige Ruhe. Keiner wollte etwas von mir, keine Termine, Vorwürfe oder Prüfungen. So hätte das bis in alle Ewigkeit weitergehen können, wenn es nach mir gegangen wäre."

Der Kabarettist und Schauspieler Egersdörfer erzählt Episoden aus seiner Embryonalzeit, seiner Kindheit und seiner Jugend. Das wäre nicht weiter spektakulär, wenn Herr Egersdörfer nicht mit einer derart überbordenden Phantasie und der gnadenlosen Beobachtungsgabe eines kamarabewehrten Polizeistaates ausgestattet wäre. Seine Metaphern stehen denen von Walter Moers in nichts nach, manche seiner kunstvoll gedrechselten Sätze und Wortgebilde könnten der Feder von Arno Schmidt entsprungen sein.

Eines der besten Bücher, das ich jemals gelesen habe.

Lesen! Unbedingt lesen. Sofort!

Sonntag, 17. Mai 2020

Martin Sonneborn: Herr Sonneborn geht nach Brüssel

Abenteuer im Europaparlament

Herr Sonneborn ist der Abgeordnete meines Vertrauens im Europaparlament. Gekonnt gibt er in Brüssel den Hofnarren. Als fraktionslosem Abgeordneten steht ihm im Plenum nur wenig Redezeit zu, deshalb sind seine offiziellen Ansprachen von erfrischender Kürze und beißender Schärfe. Doch er kann noch mehr. Als Mitglied des Europaparlaments stehen ihm Informationen und Einblicke hinter die Kulissen zur Verfügung, die dem Normaleuropäer normalerweise verborgen bleiben. Daran lässt er uns teilhaben und schärft so unseren Blick für Korruption und Vetternwirtschaft. Ich weiß nicht, ob ich dieses Buch brisant oder urkomisch finden soll - vermutlich ist es beides.

Lesen, und zwar unbedingt und sofort!

Mittwoch, 6. Mai 2020

Renate Alf: Cartoons für LehrerInnen

Ein sehr netter Happen zwischendurch.
Frau Alf weiß als gelernte Pädagogin genau, worum es in meinem Beruf geht. Gekonnt und pointiert nimmt sie die Freuden und Leiden des Lehrerberufs auf's Korn und auf die Schippe.

Selbstverständlich kenne ich die meisten dieser Cartoons aus den sozialen Netzwerken. Frau Alf ist sehr sehr großzügig und veröffentlicht viele ihrer Zeichnungen kostenlos. Und genau deshalb ist es für mich ebenfalls selbstverständlich, immer wieder eines ihrer Bücher zu kaufen. Die Kollegin lebt schließlich davon.

Lesen, und zwar unbedingt und sofort!