Sonntag, 12. August 2018

Amanda Kissel: Apollonias Kiste

Apollonia Friedinger war eine lebenslustige und exzentrische Frau. Mit deutlich über 80 Jahren verstirbt sie an einem Herzinfarkt und hinterlässt ihren jüngeren Bruder, zwei Töchter, zwei Enkelinnen und zwei Urenkelinnen. Doch da sie von ihrer schweren Herzerkrankung wusste, ging sie nicht unvorbereitet. Mit viel Sorgfalt plante sie ein wunderbares Abschiedsgeschenk für ihre Nachkommen. Doch dieses Geschenk liegt nicht einfach unter dem Weihnachtsbaum. In halb Europa hat Apollonia Dinge bestellt, die ihre Enkelin Katja zusammen mit Töchterchen Zoe nun abholen. Dabei erfahren sie Überraschendes über Apollonia und auch unbequeme Wahrheiten über die Familie. Und dabei wächst die Familie nach und nach wieder zusammen.

Was soll ich sagen? Ein wunderbares Buch, dass mich teilweise zu Tränen gerührt hat. Und das nicht wegen der Liebesgeschichte, die in den Roman eingebaut ist.

Schön auch, dass sich inzwischen ein renommierter Verlag des Romans angenommen hat. Dort hat man dem Buch einen neuen, deutlich hübscheren, Einband spendiert und gegenüber der im Selbstverlag bei Amazon gedruckten Erstauflage auch die Typographie verbessert. Außerdem erscheint der Roman jetzt unter dem echten Namen der Autorin: Ursula Kissel.

Lesen, und zwar unbedingt und sofort!

Donnerstag, 9. August 2018

Hasnain Kazim: Post von Karlheinz

Wütende Mails von richtigen Deutschen - und was ich ihnen antworte
Der Autor und Journalist Hasnain Kazim erhält ständig unangenehme Post per Email, über soziale Netzwerke oder ganz klassisch auf Papier. Mal wird er als Islamist beschimpft, als Jude angefeindet oder einfach wegen seines fremd klingenden Namens oder seiner dunklen Haut angepöbelt. Immer tief unter die Gürtellinie mit frei erfundenen Vorwürfen oder Behauptungen, gerne auch mit fragwürdiger Rechtschreibung und Interpunktion. Er beschließt, den Briefeschreibern zu antworten. Nicht belehrend, sondern auf Augenhöhe. So pöbelt er verhalten und kumpelhaft zurück, veralbert die Autoren der Briefe oder weist sie scherzend auf Fehlschlüsse hin. Es ergeben sich interessante Dialoge mit nicht immer erfreulichem Ende. Aber hin und wieder eben doch erfreulich. Nämlich wenn der Briefeschreiber anfängt, nachzudenken.

Ein gutes und wichtiges Buch. Lesen, und zwar unbedingt und sofort.

Sonntag, 5. August 2018

Brandon Q. Morris: Jupiter

Arthur Eigenbrodt kann es nicht fassen: Sein Chef hat ihn zu Recherchezwecken auf eine private Orbitalstation geschickt. Und nun liegt er, eingezwängt in einen Druckanzug, in einer startbereiten Rakete. Er soll dort ein ehemaliges Mitglied einer Asteroidenbergbaucrew suchen, die vor einigen Jahren dabei geholfen hat, die Welt zu retten. Es handelt sich um einen Querschnittsgelähmten italienischen Koch, der nun auf der Orbitalstation das erst Sternerestaurant im Weltall betreibt. ImLaufe seiner Recherchen wird er auch die inzwischen deutlich gealterten Mitglieder der zweiten Enceladus-Expedition aufsuchen. Sie wohnen inzwischen in aller Welt verstreut. Letzten Endes bringt er sich dabei sogar in Lebensgefahr, nämlich als er der Leiterin des russischen RB-Konzerns und Tochter des Firmengründers Schostakowitsch zu nahe kommt.

Der Autor verbindet hier die Erzählstränge seiner drei Romanreihen (Eismond, Proxima und Sonne) und beantwortet ein paar offene Fragen. Als Abschluss der drei Reihen ein toller Band!

Lesen, und zwar unbedingt und sofort!