Sonntag, 9. Mai 2010

Harald Schneider: Erfindergeist

Alarmstufe rot in Schifferstadt: Das Haus von Reiner Palzkis Freund Jaques Bosco ist in die Luft geflogen, die genetische Analyse der am Ort des Geschehens sichergestellten menschlichen Fetzen lässt nur einen Schluss zu: Jaques ist tot. Palzki lässt es sich trotz seines Urlaubs nicht nehmen, die Ermittlungen selbst in die Hand zu nehmen. Dabei kann er sogar auf das Verständnis seiner Frau Stefanie hoffen, auch sie sah in dem Erfinder einen väterlichen Freund.
Die Nachforschungen führen Palzki in den Holiday Park in Haßloch und zu einem dubiosen Verein in Speyer. Bald gibt es weitere Tote.

Hier rächt es sich, dass ich die Romane des Herrn Schneider nicht in der richtigen Reihenfolge gelesen habe: Ausgerechnet um Jaques Bosco dreht sich die Geschichte, sonst ist der eher eine größere Nebenfigur in den Palzki-Romanen. Deshalb habe ich mir mit meinem Wissen aus dem Roman "Wassergeld" ein Wenig die Spannung verwässert. Aber ich bin ja inzwischen Leseprofi genug, um so etwas zu kompensieren - ich stelle mich einfach doof und lese weiter ;-)

Spannung gibt es reichlich in diesem Buch, das ich mal wieder (fast) in einem Rutsch in mich hineingefressen habe. Der Autor führt uns durch einen Plot, der durchaus James-Bond-Elemente in sich trägt: Geheimdienstler geben sich die Klinke in die Hand, ein "nutty professor" ist auch mit dabei und last but not least kitzelt auch der völlig unfähige Dienststellenleiter immer wieder die Lachmuskeln.

Noch etwas sei gesagt: Wer als nicht-Pfälzer die Palzki-Krimis liest, sollte sich auf jeden Fall vor dem Genuss die Hörbeispiele auf der Webseite des Autors herunterladen und anhören. Das verändert die Wahrnehmung deutlich. Bisher hielt ich die Dialoge immer für etwas "hölzern". Das lag aber nur daran, dass ich sie immer hochdeutsch gedacht habe. Herr Schneider liest seine Geschichten aber mit pfälzischer Dialektfärbung vor. Mit diesem wunderbaren Zungenschlag funktionieren die Dialoge auf einmal, nichts hölzernes oder künstliches haftet ihnen mehr an. Hat man das einmal verstanden, kann man das Buch gar nicht mehr Hochdeutsch lesen.


Unbedingt lesen!

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