Sonntag, 24. Januar 2016

Ildefonso Falcones: Die Kathedrale des Himmels

Arnau Estranyols Leben scheint unter keinem guten Stern zu stehen. Gezeugt wurde er 1320 bei einer Vergewaltigung. Seine Mutter wurde nach seiner Geburt  als Amme auf die Burg des Grundherren genötigt, dort so oft vom Ritter und seinen Soldaten bedrängt, dass sie sich schließlich nicht mehr um das Kind kümmern konnte. Sein Vater befreit den fast schon verhungerten Arnau und flieht nach Barcelona. Dort versteckt er sich bei einem Verwandten, der ihm Brot und Arbeit gibt. Arnau wächst in der Hoffnung auf, eines Tages Bürger der Stadt zu werden. Die Grausamkeiten in seinem Leben haben jedoch erst begonnen. Doch er ist ein freundlicher und furchtloser Bursche, arbeitet fleißig und gewinnt Freunde. Nach und nach beginnt sein Aufstieg zu einem der mächtigsten Männer Barcelonas.

Ein spannender, akribisch recherchierter historischer Roman, den zu Lesen mir große Freude bereitet hat. An dieser Stelle möchte ich deshalb dem lieben Kollegen herzlich danken, der mir das Buch völlig unverhofft auf den Schreibtisch gelegt und geschenkt hat.

Lesen, und zwar unbedingt und sofort.

Ich werde gleich morgen mit dem Buch zum Bücherdealer meines Vertrauens gehen, damit er mir alle anderen Werke dieses Autors besorgt.

Samstag, 26. Dezember 2015

Arno Strobel: Das Skript

Ein Serienmörder entführt junge Frauen, schneidet ihnen bei lebendigem Leib die Haut vom Leib und schreibt darauf ein Buch, welches er dann Kapitel für Kapitel an die Presse verschickt. Stephan Erdmann und seine zunächst etwas mürrisch und überkorrekt wirkende neue Vorgesetzte Andrea Matthisen ermitteln in diesem gruseligen Fall. Als schließlich auch die Tochter eines einflussreichen Zeitungsverlegers verschwindet, entsteht zusätzlicher Druck auf die beiden Ermittler.

Extrem spannend bis zur letzten Seite ist dieser Roman von Herrn Strobel. Einzig die Bilder, die er mir in den Kopf pflanzt, beängstigen mich doch etwas. Nicht unbedingt eine Gute-Nacht-Lektüre.

Lesen, und zwar sofort!

Sonntag, 20. Dezember 2015

Marc-Oliver Bischoff: Golanhöhen

Die Wohnblocks am Ben-Gurion-Ring in Frankfurt genießen einen recht zweifelhaften Ruf: Soziale Underdogs stellen hier die Mehrheit, Kriminalität, Gewalt und auch Selbstmord sind an der Tagesordnung. So ist zunächst niemand erstaunt, als die vom Dach des Hochhauses gestürzte ehemalige Prostituierte gefunden wird. Gideon Richter übernimmt den Fall. Doch der erste Eindruck eines Suizides bestätigt sich nicht. Das Opfer war bereits tot, als es vom Dach des Hauses fiel. Schnell wird klar, dass dieser Fall möglicherweise mit einem anderen Fall zusammen hängt. Doch Gideon, zur Zeit wegen seines Neugeborenen Sohnes unter chronischem Schlafentzug leidend, macht Fehler, die den Ermittlungserfolg gefährden. Bald bekommt er mit seinem Vorgesetzten Ärger.

Wider ein spannendes und sehr realitätsnahes Buch aus der Feder des Herrn Bischoff. Immer wieder interessant, dass die drei Protagonisten seiner drei Romane nie ganz verschwinden, sondern in Nebenrollen wieder auftauchen. So kann man ganz nebenbei studieren, wie sich die Charaktere weiter entwickeln, auch wenn eine andere Figur in den Fokus gerückt wird.

Lesen, und zwar unbedingt und sofort.