Sonntag, 25. September 2016

Jürgen Mathäß: Schweigen

Der Wahlpfälzer Kommissar Badenhop staunt nicht schlecht über die Liebe der Pfälzer zu ihrem Essen und ihrem Wein. Wenn es um Wein geht, verstehen sie keinen Spaß. Der ursprünglich aus Hamburg stammende Polizist ermittelt im südpfälzischen Schweigen wegen des vermeintlichen Unfalltodes eines Weinkontrolleurs und seiner Frau. Hier, direkt an der französischen Grenze, schwelt seit Jahren ein Konflikt zwischen den ortsansässigen Winzern und dem Kontrolleur um die korrekte Lagebezeichnung von Weinen, deren Trauben auf französischen Gebiet geerntet wurden. Da es bei diesem Streit auch um handfeste wirtschaftliche Interessen geht, vermutet Badenhop einen Zusammenhang zu dem Kriminalfall. Dass an den Bremsen des Unfallfahrzeugs herummanipuliert wurde, soll zunächst noch nicht bekannt werden um in aller Ruhe ermitteln zu können. Plötzlich sitzt ihm ein Journalist im Nacken, der den großen Knüller wittert, und mit seinen vorschnell veröffentlichen Vermutungen die Ermittlungen erheblich beeinträchtigt. Außerdem belasten Badenhop zudem auch private Sorgen.

Auch in diesem dritten Roman um den Hamburger Kommissar in der Pfalz gelingt es Mathäß wieder hervorragend, seiner interessanten Hauptfigur neue Facetten zu entlocken. Der ursprünglich etwas steif daherkommende norddeutsche Beamte taut zusehens auf und wird von der Pfälzer Lebensart korrumpiert. Das Buch liest sich ob der vielen Weingut- und Restaurantempfehlungen wie ein kulinarischer Führer. Nicht wenige dieser Tipps habe ich bereits ausprobiert und bin immer wieder aufs neue begeistert von diesen Empfehlungen.
Doch der Roman ist natürlich auch und vor allem ein spannender Krimi mit einer interessanten Geschichte, die eines der dunkelsten Kapitel in der Geschichte dieses schönen Landstrichs aufarbeitet.

Lesen, und zwar unbedingt und sofort.

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