Sonntag, 18. September 2016

Frau Freitag: Echt easy, Frau Freitag

Die unter Pseudonym schreibende Kollegin an einer Gesamtschule in einer deutschen Großstadt (es wird nie ausdrücklich gesagt um welche Stadt es sich handelt, aber ich bin mir inzwischen sicher, dass es Berlin ist) erzählt von ihrer Arbeit und vom Rest ihres Lebens:

Der ehemalige Lieblingsschüler hat inzwischen Abitur gemacht, kommt sie aber immer noch ab und zu auf einen Plausch besuchen. Er könnte jetzt ihr Kollege werden, liebäugelt aber mit einem Maschinenbaustudium. Sie bekommt wieder eine siebte Klasse als Klassenleiterin, und die Kinder sind überraschenderweise richtig nett. Den erneuten Einsatz in einer besonders nervenaufreibenden Klasse kann sie erfolgreich abwehren - das Leben ist schön.

Was Frau Freitag in diesem Buch an Erlebnissen zusammenträgt ist für einen Gymnasiallehrer im ländlich geprägten Neustadt an der Weinstraße so etwas wie "Unterrichten von einem anderen Stern".
Es ist anrührend, bisweilen schockierend, gelegentlich auch bezaubernd, zwerchfellerschütternd komisch, lehrreich, jedoch auf jeden Fall eines: unterhaltsam.

Ich bin froh, dass mein Leben so ist, wie es ist, glaube aber, dass es der Autorin genauso geht: Sie ist zufrieden mit ihrem Beruf und ihren Klassen. Und das ist die wichtigste Fertigkeit, die man in den Lehrerberuf einbringen sollte. Der Rest ist zweitrangig.

Lesen, und zwar unbedingt und sofort.


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