Donnerstag, 1. August 2013

Bernd Franzinger: Familiengrab

Auf das Haus des steinreichen Parkettfabrikanten Denzer wird ein als Felssturz getarnter Anschlag verübt. Bei dem spektakulären Attentat kommen seine Frau und seine beiden Schwiegertöchter ums Leben. Darüber scheint er nicht unglücklich zu sein. Handelt es sich etwa um einen Geschickt eingefädelten Versicherungsbetrug, bei dem sich der Fabrikbesitzer gleichzeitig der ungeliebten Verwandtschaft entledigen wollte? Dieses zunächst plausibel erscheinende Szenario muss jedoch aufgrund genauerer Ermittlungen bald verworfen werden. Tannenberg tappt zunächst im Dunkeln. Dass der unsympathische Fabrikant in keinster Weise kooperiert macht die Ermittlungen nicht einfacher. Es ist ausgerechnet der Vater des Kommissars, der mit seinen akribisch durchgeführten Modellversuchen entscheidende Hinweise liefert. Man sieht sich alte Akten noch einmal an und findet schließlich eine Spur.

Auch dieser inzwischen elfte Roman aus der Tannenberg-Serie besticht durch ein psychologisch durchdachtes Täterprofil. Die Ermittlungen sind spannend und regen zum Mitraten an. Aber Tannenberg ist ist immer auch ein Wenig "Lindenstraße". Wer Tannenberg liest, liest immer auch Familiengeschichten und Tratsch aus der Kaffeebude. Das muss man nicht mögen, man kann aber. Und letzten Endes sind Polizisten ja auch nur Menschen, und das kann man in einem Krimi ja durchaus auch einmal thematisieren.

Ein schönes Buch! Lesen!

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