Sonntag, 20. Mai 2012

Ralf König: Dschin Dschin

...und zwar beide Teile:
  1. Der Zauberer des Schabbar
  2. Schleierzwang im Sündenpfuhl
Einst lebte im Land Washmit-Dash in der Oasenstadt Jammerjalla der Mufti Abdullah Abba Schachmatt. Der war ein sittenstrenger Miesepeter. Das Volk, seine drei Eheweiber und auch seine Kinder fürchteten ihn deshalb sehr. Nach einer Mahlzeit aus Reis und offensichtlich verdorbenem Hammelfleisch durchwacht er,  von heftigen Leibschmerzen geschüttelt, die Nacht. Da erscheint ihm der Erzengel Hirsemeel. Dieser findet, dass das Volk noch immer zu übermütig ist und erlässt kurzerhand noch ein paar Gebote, die der um sich greifenden Fröhlichkeit ein Ende bereiten sollen. "Denn das Leben ist grausam und hart, und darob jedes Vergnügen ein Greul!" betont der Erzengel, und der Mufti stimmt ihm unterwürfig zu. Und so zieht Schachmatt aus, um dem Volk das Fußballspielen, die Flötentöne, und das Rasieren zu verbieten. Doch er hat die Rechnung ohne den Zeichner gemacht: bald findet er sich in einer ungewohnten Rolle wieder. Einer für ihn sehr ungewohnten Rolle.

Ralf König nähert sich der Figur des Mufti ebenso frech, wie er mit der arabischen Erzähltradition respektvoll umgeht. Ganz im Stil eines Hâkawâti erzählt er eine komplex verschachtelte und Jahrhunderte umspannende Geschichte, wie sie ebenso in "Tausendundeine Nacht" stehen könnte. Allerdings nur in der unzensierten Fassung, nicht in der für Kinder. Es wäre schließlich kein "echter König", wenn es nicht wieder deftig zur Sache gehen würde.

Zwei überaus lustige Bücher, die durchaus auch kritische Töne anklingen lassen.

Lesen!

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