Mittwoch, 12. August 2009

Markus Guthmann: Weinstraßenmord

"Der Tote lag rücklinks in dem oberen Becken der eintausensechshundert Jahre alten, aus Stein gemauerten Weinkelter, in dem normalerweise der Wein mit den Füßen gepresst wurde. Der Lorbeerkranz gab ihm die Aura eines Heiligenscheins, auch wenn das angstverzerrte, aufgedunsene Gesicht dazu nicht passen wollte. Die einstmals reinweiße Toga spannte sich über den fetten Leib, und genau in der Mite der Brust steckte die ungewöhnliche Mordwaffe, die er sich erst am Vortag gemeinsam mit seinen Mädels von einem mitteilsamen Legionär hatte erklären lassen."
Was der Autor zunächst als Verwirrspiel scheinbar in römischer Zeit beginnen lässt, wird schnell zu einem komplizierten Mordfall in den auch Staatsanwalt Röders Freund, der Edelwinzer Hellinger, mit einbezogen wird. Auch die Geduld und das Verständnis von Röders Familie werden arg strapaziert.

Sehr spannend!

Sonntag, 9. August 2009

Markus Guthmann: Weinstrassenralley

Staatsanwalt Röder und sein Freund, der Edelwinzer Hellinger, befinden sich mitten in den Vorbereitungen zur "Vino-Miglia", der Weinstrassenralley mit historischen Autos von Bad Dürkheim nach Bozen in Tirol und zurück, als Hellingers dreißig Jahre alter 1600er BMW ausbrennt: Brandstiftung. Und das bleibt nicht das einzige gefährliche Ereignis: Vor und während der Ralley brennen zahlreiche historische Fahrzeuge, nicht selten auch mit ans Lenkrad festgebundenen Menschen. Auch Röder soll es zwischendurch an den Kragen gehen. Als seien die Ermittlungen nicht schon gefährlich genug, werden sie auch noch von höchster Stelle behindert.

Dieser äußerst komplexe Kriminalfall wird von Markus Guthmann glaubwürdig inszeniert und spannend und humorvoll erzählt. Ganz nebenbei erhält man als Leser noch Tiefe Einblicke in die Seele des Pfälzers, denn es menschelt oft in diesem Buch. Mit diesem Buch sollte man sich unbedingt in ein Gartenlokal mit Blick auf die Rheinebene setzen. Dazu eine Rieslingschorle - schön!

Mittwoch, 5. August 2009

Meinard Braun: Fürchten lernen

Während des größten Weinfestes der Welt, dem Bad Dürkheimer Wurstmarkt, finden sich in der Umgebung des idyllisch gelegenen Kurortes in rascher Folge die Leichen zweier jeweils grauenhaft verstümmelter junger Frauen. Die Art der Verstümmelung und das Arrangement der Leichen lässt auf Morde mit rituellem Hintergrund schließen. Sebastian Sailer, ein nur noch gelegentlich praktizierender Psychiater im Ruhestand, kommt dem Täter auf die Spur und gerät schließlich im Rahmen seiner Ermittlungen selbst in einen Strudel aus Gefahr und Angst. Er lernt in der Tat das Fürchten.

Der Autor gewährt tiefe Einblicke in die Psyche seiner Protagonisten. Die Handlungen sind, soweit der Wahnsinn der Täter das zulässt, logisch und in sich schlüssig. Die Geschichte wird bis zur letzten Seite spannend und mit immer neuen, teilweise überraschenden Wendungen erzählt.

Sehr zu empfehlen!