Sonntag, 26. Januar 2020

Matthias Glaubrecht: Das Ende der Evolution

Der Mensch und die Vernichtung der Arten

Was der Zoologe, Evolutionsforscher und Wissenschaftsjournalist Glaubrecht in diesem dicken Buch an Fakten zusammengetragen hat, ist nicht mehr und nicht weniger als die unbequeme Wahrheit: Wir laufen nicht Gefahr, ein Massenaussterben auszulösen. Wir haben es bereits ausgelöst, und die Vernichtung von hunderttausenden von Spezies ist bereits in vollem Gange. Und ja: Der Titel des Buches ist überspitzt formuliert. Selbstverständlich wird es auf der Erde Evolution geben, solange auch nur ein replizierendes Makromolekül Kopien von sich selbst erzeugt. Aber wir, ja: wir, vernichten ganze Evolutionslinien, zerstören in Jahrmillionen ausbalancierte Systeme, wir fucken die Meere ab, wir planieren Landschaften in kontinentalen Dimensionen und wir hören einfach nicht auf, machen immer weiter und weiter. In so geballter Form hat mir das noch niemand um die Ohren gehauen.

Ich mache jetzt etwas, was ich noch nie getan habe, seit ich über gelesene Bücher schreibe: Ich breche ab und bespreche ein nicht bis zum Ende gelesenes Buch. Ich ertrage es nicht mehr. Ich habe ein abgeschlossenes Hochschulstudium in Biologie und einen Abschluss in Geographie. Ich bilde mir ein, dass ich beurteilen kann, ob ein Buch zu diesem Thema hysterische Panikmache darstellt oder nicht. Und dieses Buch enthält nach meinem Dafürhalten nichts als Fakten. Ich breche nach über fünfhundert von mehr als tausend Seiten ab, denn ich habe Angst um meine geistige Gesundheit.

Ich kann das nicht bis zum Ende lesen, obwohl es ein sehr gutes Buch ist.

Wer immer noch glaubt, dass wir die ökologischen Problem schon irgendwie in den Griff bekommen, der sollte hier mal seine Nase reinstecken.

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