Montag, 22. Mai 2017

Richard Dawkins: Der blinde Uhrmacher

Als dieses Buch 1986 in den Handel kam, war der Autor bereits berühmt wegen seines ersten Werks "Das egoistische Gen", in dem er eine neue Sichtweise der darwinistischen Evolutionslehre vorschlägt, mit der man die wenigen bis dahin noch existierenden Unschlüssigkeiten in dieser Theorie sehr elegant erklären kann. Im "Uhrmacher" findet der Leser nun ein weiteres, flammendes Plädoyer für diesen neuen Darwinismus. Noch ist von seiner heutigen religionskritischen Haltung nichts zu spüren. Dawkins lehnt es lediglich ab, einen Gott als Erklärung für die Vielfalt des Lebens heranzuziehen. Er belegt an vielen Beispielen, dass sich das Leben über Jahrmilliarden in vielen aufeinanderfolgenden Mutationsschritten zu seiner heutigen Form entwickelt hat. Dawkins programmierte hierzu in der Frühzeit des PC ein paar einfache Simulationen, die man heute noch als Webanwendungen auf http://www.mountimprobable.com/# bestaunen kann. Dem deutschen Taschenbuchverlag ist es zu verdanken, dass dieses Buch im Jahr 2008 unverändert neu aufgelegt wurde. Für ein wissenschaftliches Buch ist das eine äußerst ungewöhnliche Verfahrensweise, doch es unterstreicht den zeitlosen Wert des "blinden Uhrmachers".
Richard Dawkins eröffnet Horizonte.

Lesen, und zwar unbedingt und sofort.

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