Donnerstag, 14. April 2011

Harald Schneider: Räuberbier


Beim Besuch eines Freundes in einer Brauerei fällt Hauptkommissar Reiner Palzki ein Toter fast buchstäblich vor die Füße. Genauer gesagt war der Angestellte eigentlich erst tot, als er damit aufgehört hatte, vom 34 Meter hohen Gärtank der Eichbaum-Brauerei herunter zu fallen. Palzki vermutet sofort, dass der Mann nicht freiwillig gefallen ist. Er beginnt, sich von den Örtlichkeiten ein umfassendes Bild zu machen und erste Spuren zu sichern. Doch sehr zum Verdruss des gewieften Ermittlers glauben die zuständigen Kollegen aus Baden-Würtemberg an Suizid. Das Jahresende ist nahe, und man will sich die Statistik nicht mit einem ungeklärten Mordfall verderben. Palzki kann zunächst nichts machen, die Brauerei steht in dem für ihn falschen Bundesland.
Doch bald gibt es auch in seinem Zuständigkeitsbereich einem Toten. Hier lassen die Umstände keine andere Schlussfolgerung zu: Mord! Nach und nach werden Querverbindungen zwischen den beiden Todesfällen sichtbar, und endlich kommen die Untersuchungen in Gang. Auch dieses Mal wird es für Palzki wieder lebensgefährlich.

Auch in diesem fünften Band der Reihe um den Schifferstadter Polizisten kommen komödiantische Elemente nicht zu kurz: Palzkis hingebungsvolle Liebe zu Junk-Food, seine Unfähigkeit, seinen Sohn an der Spielekonsole zu besiegen, die zickig-pubertierende Tochter (Ja! Die sind so!) und der nervtötend-eitle Chef kitzeln das Zwerchfell. Auch das von Personalmangel gebeutelte Gesundheitswesen und den übereifrigen Praktikanten in der Polizeiinspektion überzeichnet Herr Schneider karikaturhaft und bringt den Leser so immer wieder zum Schmunzeln. Trotzdem ist die Krimihandlung logisch aufgebaut und überaus spannend. Wie es sich für einen guten Krimi gehört, gibt es zwischendurch immer wieder Hinweise zum Mitknobeln, aber eben gerade so viele, dass man nicht zu früh auf die Lösung kommt. Ich habe den Eindruck, dass Herr Schneider die Krimi- und die Komödienelementen schärfer voneinander abgrenzt als früher: Wenn es spannend sein soll, dann ist es spannend - und wie, und wenn es lustig sein soll, dann ist es lustig. Mir gefällt das sehr gut. Abgerundet wird dieses schöne Buch durch einen dicken Anhang, aus dem andere Autoren gleich noch einen Schmöker machen würden.

Möge Räuberbier noch viele krimidurstige Leser finden.

Lesen!

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