Samstag, 8. September 2012

Judith Merchant: Nibelungenmord

Unweit des idyllischen Königswinter, in einem kleinen Seitental des Rheins, befinden sich Höhlen. Genauer gesagt sind es ehemalige Basaltsteinbrüche, die später als Weinkeller und auch als Luftschutzbunker benutzt wurden. Heute werden die "Drachenhöhlen" nur noch selten betreten, hier spielen allenfalls noch Kinder. Und genau in so einer Höhle wird eine Frau entdeckt: Auffallend gut gekleidet, und auffallend tot.
Weil zeitgleich die Gattin eines wohlhabenden Notars verschwindet, glaubt Kommissar Jan Seidel zunächst, nur eins und eins zusammenzählen zu müssen. Der Notar hat seit Jahren eine Geliebte, die exzentrische Künstlerin hätte also ein Motiv gehabt, und ein glaubwürdiges Alibi hat sie auch nicht.
Doch der Fall ist viel komplexer, als zunächst angenommen, und bald gerät auch der Kommissar in Lebensgefahr.
Frau Merchant gestaltet ihre Protagonisten nicht wie zweidimensionale Scherenschnitte. Sie haben Ecken, Kanten und auch ein Leben nach Feierabend. Das ist es, was diesen Roman so interessant, die Handlung so überzeugend werden lässt. Der interessante und mit viel Liebe zum Detail gestaltete Krimiplot trägt seinen Teil zur Qualität dieses Buches bei, und auch sprachlich bewegt sich die Autorin auf hohem Niveau. 

Ein tolles Buch! Unbedingt lesen, und zwar sofort!

Noch ein Tipp: Ich habe die beiden Romane von Frau Merchant in der falschen Reihenfolge gelesen. Das schmälert etwas den Genuss bei den Nebenhandlungen. Deshalb empfehle ich, die Reihenfolge einzuhalten.

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