Sonntag, 12. September 2010

Marlene Bach: Elenas Schweigen

Hauptkommissarin Maria Moser ist mit ihrem Leben nicht zufrieden. Von ihrem Mann mit Mitte Fünfzig sitzen gelassen lässt sie sich privat immer mehr gehen. Sie trauert der Liebe und der verschwundenen Jugend nach, geht nicht mehr aus, vereinsamt. Ihre ganze Kraft steckt sie in ihren Beruf, doch auch hier läuft nicht alles in ihrem Sinne. Ein junger, ehrgeiziger Schönling wird ihr als Assistent zugewiesen. Und Roland Alsberger ist ein guter Polizist. So gut, dass sie ihn schon auf der Karriereüberholspur an sich vorbeiziehen sieht. Beide sollen zusammen einen komplizierten Mordfall lösen. In einem verwilderten Garten wurde die skelettierte Leiche eines jungen Mannes entdeckt, dem man offensichtlich den Schädel eingeschlagen hat. Ihre Nachforschungen führen das ungleiche Ermittlerteam in ein psychiatrisches Krankenhaus, wo die ehemalige Freundin des Ermordeten seit seinem Verschwinden ein zurückgezogenes und schweigsames Leben führt.

In einem Krimi geht es um das Lösen eines Kriminalfalles. Wenn dieser dann noch sehr verzwickt ist und trotzdem in überzeugender Weise entwirrt wird - um so besser! In diesem Buch gibt es aber noch eine andere Ebene, die mich beim Lesen sehr interessiert hat. Auf dieser Ebene geht es um den Umgang mit dem Älterwerden und um Beziehungen zwischen Menschen verschiedenen Alters. Dass die Innenwelten der Hauptfigur in dem Roman einen so breiten Raum einnehmen, macht ihre Handlungen und ihre Fehler erst verständlich und nachvollziehbar.

Ein tolles und spannendes Buch.

Lesen!

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